|
Allergisches Asthma
Falls ein allergischer
Schnupfen nicht konsequent behandelt wird, rutschen die Beschwerden oft
eine Etage tiefer in die Lungen. Man spricht dann vom allergischen Asthma,
auch Pollenasthma genannt. Außer auf Pollen reagieren Asthmapatienten
im Sommer oft zusätzlich überempfindlich auf die an heißen Tagen erhöhten
Ozonwerte. Als typisches Reizgas greift Ozon die sensiblen Lungenbläschen
an und fördert Entzündungen der Atemwege sowie Asthmaanfälle. Aber auch
Tierhaare, Hausstaubmilben oder Schimmelpilze können asthmatische Beschwerden
auslösen.
Bei einem Asthmaanfall verkrampfen sich die Muskeln der Bronchien, die
Atemwege verengen sich und erschweren das Ausatmen. Ein Anschwellen der
Schleimhäute in den Bronchien verschlimmert die Atemnot, so dass es zu
lebensbedrohlichen Anfällen kommen kann. Asthmatiker mit allergisch bedingten
Beschwerden sprechen meist gut auf Arzneimittel an. Der Krankheitsverlauf
ist deutlich günstiger als bei nichtallergischem Asthma.
Behandlung
Eine frühzeitige Diagnose
des Asthma bronchiale ist wichtig, da die Behandlung umso schwieriger
wird, je stärker angegriffen das Bronchialsystem ist. Jede Therapieänderung
muss mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden, denn schon geringfügige
Änderungen können zu unerwünschten Nebeneffekten führen. Werden Medikamente
nach einer Verbesserung der Symptome eigenmächtig abgesetzt, so ist ein
Rückfall oft schon vorprogrammiert. Bei den Mitteln unterscheidet man
in erster Linie solche, die die Verkrampfung in den Bronchien lösen, und
solche, die die Entzündung der Bronchialschleimhaut hemmen oder vermindern.
- Corticoid-Aerosole
und Cromoglicinsäure:
Nebenwirkungsarme Corticoid-Aerosole wirken entzündungshemmend auf die
Bronchialschleimhaut und hemmen die Allergiemechanismen. Sie verstärken
die Wirkung Bronchien erweiternder Mittel, helfen im Gegensatz zu ihnen
jedoch nicht bei einem akuten Asthmaanfall. Wichtig für den Erfolg der
Anwendung ist eine gute Inhalationstechnik. Eine Inhalationshilfe (Spacer)
sorgt dafür, dass die Partikel nicht in der Mundhöhle hängen bleiben.
Eine Cortisontherapie in Form von Tabletten oder Saft wird nur bei schwerem
Asthma verabreicht. Bei leichtem Asthma können die Corticoid-Aerosole
durch eine regelmäßige Inhalation mit Cromoglicinsäure (DNCG) ersetzt
werden. Cromoglicinsäure ist nahezu frei von Nebenwirkungen und wird
wie Cortison vorbeugend zur Verhinderung von Asthmaanfällen eingesetzt.
- Sympathomimetika
und Theophyllin: Sympathomimetika werden zur Behandlung akuter
Luftnot sowie zur langfristigen Therapie eingesetzt. Sie haben krampflösende
Wirkung und erweitern die Bronchien. Typische Nebenwirkungen sind Muskelzittern
oder ein Gefühl der inneren Unruhe. Auftretende Herzbeschwerden deuten
bei modernen Mitteln dagegen auf Überdosierung hin. Falls trotz regelmäßiger
Anwendung der Dosieraerosole die Beschwerden vor allem nachts bestehen
bleiben, verordnet der Arzt zusätzlich Theophyllinpräparate. Theophyllin
kommt in zahlreichen Pflanzen vor und wirkt ebenfalls Bronchien erweiternd.
- Antihistaminika:
Bei allergisch bedingtem Asthma können moderne Antihistaminika mit zusätzlich
antientzündlicher Komponente die Beschwerden lindern. Sie ersetzen jedoch
keine Asthmapräparate. Die antientzündlichen Eigenschaften der neueren
Antihistaminika verbessern bei mindestens 4-wöchiger Gabe die Lungenfunktionen.
- Weitere Maßnahmen:
Klimatische Veränderungen verringern die Beschwerden meist deutlich.
In modernen Asthmakurorten kann eine umfangreiche Allergiediagnostik
durchgeführt werden. Atemgymnastik wird vermittelt, um vorhandene Atemreserven
ökonomisch zu nutzen. Verschiedene Methoden der Entspannungstherapie
ermöglichen es außerdem, die Angst als Auslöser von Asthmaanfällen zu
kontrollieren.
In vielen Städten werden heute Asthma-Schulungen angeboten. Patienten
lernen dort, richtig mit ihrer Krankheit umzugehen und die Medikamente
bzw. deren Dosis den aktuellen Beschwerden anzupassen. Durch die tägliche
Kontrolle der Atemfunktion mit Hilfe eines Peakflowmeters kann festgestellt
werden, ob die Therapie anspricht oder ob sich ein drohender Asthmaanfall
ankündigt. Die regelmäßige Kontrolle der Lungenfunktionen durch einen
Arzt ist in jedem Fall notwendig, damit die Therapie optimal an den
Krankheitsverlauf angepasst bleibt.
Tipps
- Pollenallergie:
Der Kontakt mit Pollen lässt sich reduzieren, indem die Fenster während
der Pollenflugzeiten geschlossen gehalten werden. Da Kleider und Haare
ausgesprochene Pollenfänger sind, sollten sich Pollenallergiker abends
die Haare waschen und ihre Kleider außerhalb des Schlafzimmers ablegen.
- Hausstaubmilbenallergie:
Bei Hausstaubmilbenallergie heißt die Devise: Staubfänger raus. Das
heißt, die Betroffenen sollten so weit wie möglich auf Teppiche, Felle,
offene Regale, schwere Vorhänge und Pflanzen verzichten. Dies gilt besonders
für das Schlafzimmer. Matratzen, Bettdecken und Kissen sollten mit milbendichten
Bezügen versehen werden. Außerdem ist es sinnvoll, im Schlafzimmer nicht
die Kleidung zu wechseln und sich dort nicht zu kämmen, da Hautschuppen
den Milben als Nahrung dienen. Darüber hinaus sollten Hausstauballergiker
regelmäßig lüften und auf eine trockene, kühle Luft im Schlafzimmer
achten.
- Schimmelpilzallergie:
Für Schimmelpilzallergiker ist ein trockenes, nicht zu kühles Raumklima
wichtig. Feuchte Stellen an Wänden und Decken sollten saniert, befallene
Pflanzen entfernt und verschimmelte Lebensmittel entsorgt werden.
- Tierhaarallergie:
Tierhaarallergiker sollten in erster Linie den Kontakt zu Tieren meiden.
Möglicherweise sind sogar Kleidungsstücke aus Fell oder Wolle ein Problem,
in diesem Fall heißt es, auf andere Materialien umzusteigen.
|
|
 |
|