Insektengiftallergie
In Deutschland sind
bis zu 3,2 Millionen Menschen von Insektengiftallergien betroffen, die
vor allem durch Bienen oder Wespen ausgelöst werden. Die allergische Reaktion
reicht von einer verstärkten Lokalreaktion über Zungenbrennen und Nesselausschlag
bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock. Beim anaphylaktischen
Schock werden Mittlersubstanzen wie Histamin in großen Mengen freigesetzt.
Sie führen zu Gefäßerweiterungen, zu einer erhöhten Durchlässigkeit der
feinen Blutgefäße und zu einer Flüssigkeitseinlagerung ins Gewebe. Dadurch
wird der Organismus nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Die Herzfunktion
und der Kreislauf brechen schließlich zusammen.
Um einen anaphylaktischen Schock zu vermeiden, sollte bereits bei einer
verstärkten lokalen Reaktion ein Arzt aufgesucht werden. Denn diese kann
eine Vorstufe zum anaphylaktischen Schock beim nächsten Stich sein. Von
einer verstärkten Lokalreaktion spricht man, wenn der Radius der Reaktion
größer ist als 5 Zentimeter. Mit Hilfe verschiedener Allergietests (z.B.
Prick- oder RAST-Tests) wird der Arzt schnell feststellen, ob eine Insektengiftallergie
vorliegt.
Behandlung
- Hyposensibilisierung:
Eine Hyposensibilisierung ist bei Insektengiftallergien in über 90 Prozent
der Fälle erfolgreich. Sofern die allergische Reaktion nicht vollständig
verschwindet, können zumindest alle Symptome deutlich abgeschwächt werden.
Am besten eignet sich die Schnellhyposensibilisierung, bei der im Verlauf
einer fünf bis sechs Tage dauernden stationären Behandlung steigende
Konzentrationen des verdünnten Insektengiftes unter die Haut gespritzt
werden. Im Anschluss daran müssen die Injektionen zunächst wöchentlich,
danach seltener und auf Dauer alle vier Wochen über einen Zeitraum von
mindestens drei Jahren durchgeführt werden.
- Antihistaminika:
Antihistaminika werden zur Linderung stärkerer Lokalreaktionen
auch während einer Hyposensibilisierung verwendet. Sie blockieren die
Histaminrezeptoren der Gewebezellen für das von den Mastzellen der Haut
ausgeschüttete Histamin. Dadurch wird der Juckreiz gelindert und die
Entzündungsreaktion abgeschwächt.
Tipps zur Vorbeugung
Um das Risiko eines erneuten
Stichs zu minimieren, sollten Insektengiftallergiker Dinge meiden, die
für Insekten anziehend sind. Dazu gehören helle, farbige Kleidung, Parfums,
süße Speisen und Getränke im Freien und die Nähe zu Nestern und Nahrungsquellen
von Insekten.
Außerdem sollten Insektengiftallergiker während der Insektenflugzeit stets
eine Notfallapotheke bei sich tragen. Mit der Notfalltherapie muss der
Patient zuvor von seinem Arzt genauestens vertraut gemacht werden. Das
Set wird vom Arzt verschrieben und enthält:
- eine Adrenalinspritze
gegen den gefährlichen Blutdruckabfall
- ein antientzündliches
Steroid
- ein Antihistaminikum
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