Sonnenallergie

Weist die Haut nach Sonneneinstrahlung ein rötliches, juckendes Ekzem auf, so spricht der Volksmund von einer „Sonnenallergie“. Dahinter können sich sehr unterschiedliche Ursachen verbergen. Bei vielen Patienten ist die Sonne nur indirekt an der Auslösung der Überreaktion beteiligt. Man unterscheidet verschiedene Typen von Erkrankungen: z.B. die polymorphe Lichtdermatose, die phototoxische Reaktion und die photoallergische Reaktion.

  • Polymorphe Lichtdermatose: Eine polymorphe Lichtdermatose kann immer dann auftreten, wenn energiereiche UV-Strahlen auf noch nicht angepasste Haut treffen: beim Urlaub unter südlicher Sonne, beim Wintersport oder auch in unseren Breitengraden im Frühling. Im Laufe des Sommers gewöhnt sich die Haut meist an die UV-Bestrahlung. Die polymorphe Lichtdermatose entwickelt sich dann nicht mehr.
  • Phototoxische Reaktion: Phototoxische Reaktionen wie die Wiesengräser-Dermatitis und die Bärlapp-Dermatitis werden durch bestimmte Inhaltsstoffe von Pflanzen (z.B. Fucumarine) ausgelöst, die auch in manchen Arzneimitteln (insbesondere in vielen Venenmitteln) enthalten sind. Das Pflücken oder der Verzehr solcher Pflanzen oder die Anwendung solcher Medikamente führt bei empfindlichen Personen unter Sonneneinstrahlung zu starken Rötungen mit brennendem Juckreiz. Diese Schäden treten innerhalb der ersten Stunden nach der Bestrahlung auf.

    Pflanzliche Phototoxine:
      • Karotte, Sellerie, Herkulesstaude, Petersilie (Doldenblütler)
      • Wiesenraute (Hahnenfußgewächse)
      • Weißer Diptam (Rautengewächse)
      • Bergamotte, Apfelsine (Zitrusfrüchte)
      • Feige (Maulbeergewächse)
      • verschiedene Schmetterlingsblütler, Rosengewächse und Korbblütler
  • Photoallergische Reaktion: Die photoallergische Reaktion erfolgt meist erst Stunden nach der Lichtexposition. Es treffen hier zwei Faktoren zusammen: Licht und ein zunächst nicht allergen wirkender Ausgangsstoff. Durch die Lichteinwirkung entsteht ein neues Molekül mit allergenen Eigenschaften, das nun vom Immunsystem massiv bekämpft wird. Die Auslöser sind meist Fettstoffe, Emulgatoren oder chemische Lichtfilter wie Oxybenzon, die – fatalerweise – auch in vielen Sonnenschutzmitteln enthalten sind. Photoallergien können außerdem durch Duft- und Konservierungsstoffe in Kosmetika ausgelöst werden oder durch zahlreiche Medikamente wie zum Beispiel teerhaltige Hautpräparate gegen Ekzeme.

Behandlung

  • Antihistaminika: Moderne Antiallergika wie z.B. Desloratadin schwächen die Entzündungsreaktion ab.
  • Corticoidhaltige Cremes sind stark entzündungshemmend. Neuere Glucocorticoide sind bei kurzfristiger, sachgemäßer Anwendung hautverträglich und nebenwirkungsarm.

Tipps zur Vorbeugung

Sonnenallergiker sollten sich langsam an die Sonnenstrahlen gewöhnen. Häufige Aufenthalte im Schatten und schützende Kleidung sind daher zu empfehlen. Außerdem sollten die Betroffenen Sonnenschutzmittel mit hohem UV-A- und UV-B-Schutz verwenden, bei Allergie gegen chemische Lichtschutzfilter einen Sonnenschutz mit physikalischem Filter. Vor einem längerem Aufenthalt in sonnigen Gefilden können prophylaktisch Antihistaminika eingenommen werden, d.h. zwei bis drei Tage vor dem Urlaub und während des Urlaubs.

Wer zur phototoxischen Dermatitis neigt, sollte bei der Gartenarbeit den Kontakt mit auslösenden Substanzen meiden (Handschuhe, lange Ärmel und Hosen).


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