Sauna-Regeln für trockene
und allergische Haut
Bonn, 30.10.12 Wenn es draußen
ungemütlich wird, zieht es viele Wellnessfreunde wieder
in die wohlige Wärme der Sauna. Doch ist das ausgiebige Schwitzen auch das
Richtige für trockene und empfindliche Haut? Studienergebnisse belegen: Regelmäßige
Saunagänge sorgen für einen stabileren Säureschutzmantel und verbessern das
Wasserbindungsvermögen der Haut. Wer an sehr trockener Haut oder Neurodermitis leidet,
sollte allerdings ein paar Regeln beachten.
Saunabaden ist nicht nur
gut für das Wohlbefinden, sondern auch für die Haut: Die Wärme fördert die
Durchblutung, öffnet die Poren und sorgt dafür, dass Verunreinigungen auf
natürliche Weise abtransportiert werden. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit quillt
die oberste Hautschicht auf – abgestorbene Hautzellen lösen sich leichter und
werden beim Duschen abgewaschen. Messungen haben ergeben, dass die Haut bei
regelmäßigen Saunagängern einen niedrigeren pH-Wert
aufweist, der Säureschutzmantel also stärker ausgeprägt ist als bei
Saunamuffeln1. Ein weiterer Pluspunkt: Saunatrainierte Haut kann Feuchtigkeit
besser speichern. Zwar verliert sie während des Schwitzens Fett, das beim
anschließenden Duschen abgewaschen wird. Normale Haut gleicht das aber rasch
wieder aus und profitiert langfristig von einem stabilen
Fett-Feuchtigkeitshaushalt.
Trockene Haut und Sauna: Mit besonderer Pflege kein Problem
Das gilt auch für trockene
Haut – sie braucht allerdings nach dem Saunagang eine Extraportion Pflege. „Hierfür
eignen sich Produkte, die speziell auf die Bedürfnisse der trockenen Haut
abgestimmt sind. Babypflegeserien erfüllen diese Anforderungen besonders gut,
denn die Hautparameter bei Babys und trockener Erwachsenenhaut sind die
gleichen: Der Fettgehalt ist geringer, der Wasserverlust größer als bei normaler
Haut“, erklärt Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe
e.V. Eine sensitive Pflegelotion auf Grundlage hochwertiger pflanzlicher Öle
wie beispielsweise Sheabutter hilft der beanspruchten
Haut, ihre Schutzfunktion schnell zu stabilisieren. Die beste Wirkung lässt
sich erzielen, wenn die Creme oder Lotion direkt nach dem Saunagang auf die
noch warme Haut aufgetragen wird. Um Hautirritationen zu vermeiden, sollte die
Pflege am besten keine Farbstoffe, ätherische Öle und Konservierungsmittel enthalten.
Neurodermitis und Sauna: Das geht, aber nicht immer
Auch für Menschen mit
Neurodermitis sind Saunabesuche nicht tabu. Im Gegenteil: Viele Patienten
empfinden das entspannte Nichtstun in der Sauna als wohltuend und berichten
über einen positiven Effekt auf die Haut. Das gilt allerdings nur für Phasen,
in denen der Hautzustand stabil ist. Manche Neurodermitispatienten
vertragen das Schwitzen in der Sauna auch in schubfreien Zeiten nicht; Hitze
und Schweiß können bei ihnen einen Krankheitsschub provozieren. „Vorsicht ist
auch bei Aufgüssen geboten“, warnt Erhard Hackler: „Empfindliche Personen
können allergisch auf die in den Aufgüssen enthaltenen Duftstoffe reagieren.
Für manche Betroffene sind Niedrigtemperatur-Saunen ohne Aufgüsse oder
Soleverdampfungssaunen eine verträgliche Alternative.“ Hackler rät
Hautpatienten, grundsätzlich vor dem ersten Saunabesuch einen Dermatologen aufzusuchen.
Informationen rund um
trockene und empfindliche Haut hält eine Broschüre der Deutschen Haut- und
Allergiehilfe e.V. parat. Der Ratgeber „Schutz und Pflege für trockene und empfindliche Haut“ ist kostenlos und kann postalisch oder im Internet angefordert werden:
DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-hautpflege.de.
Im Internet steht die Broschüre auch als Download zur Verfügung.
1 J. W. Fluhr et al., “Effect of Regular Sauna on Epidermal Barrier
Function and Stratum Corneum Water-Holding Capacity
in vivo in Humans: A Controlled Study”, Dermatology 2008; 217:173-180