Gesund bis zu den Zehen
Wie Senioren ihre Fußnägel richtig kürzen und
pflegen
Bonn, 29.06.16 Die Pflege der Fußnägel ist vor
allem für Senioren mehr als nur Kosmetik. Denn sie sind besonders anfällig für
Erkrankungen an den Fußnägeln und der umliegenden Haut. Ein paar Tricks und
Hilfsmittel erleichtern es, die Nägel richtig zu kürzen und zu pflegen. Bei
Diabetes, Durchblutungsstörungen oder eingewachsenen Nägeln sollte medizinisches
Fachpersonal die Fußpflege übernehmen.
Unschöne, rissige und sogar
erkrankte Fußnägel sind in der gesamten Bevölkerung weit verbreitet. Bei
Senioren sind Nagelveränderungen an den Füßen besonders häufig. Ihre
Abwehrkräfte sind oftmals nicht mehr so stark, die Haut ist schlechter
durchblutet, dünn und empfindlich. Ein besonderer Risikofaktor ist Diabetes, denn
überhöhter Blutzucker schädigt Nerven und Blutgefäße, führt zu
Durchblutungsstörungen und macht die Haut trocken und verletzbar. Kleine Risse
in der Haut an den Zehen dienen wiederum als Eintrittspforte für Keime.
Erkrankungen der Fußnägel, wie zum Beispiel Nagelpilz, sind oftmals die Folge.
Nägel von innen und außen stärken
Für ein starkes Immunsystem
und ein gesundes Nagelwachstum kommt es auf eine gesunde Ernährung an. Speziell
für die Nägel ist neben Spurenelementen wie Eisen und Zink eine ausreichende
Menge an Vitamin H wichtig, denn es ist an der Bildung von Keratin beteiligt –
dem Hauptbestandteil der Nägel. Vitamin H kommt unter anderem in Haferflocken, Nüssen,
Eigelb, Obst, Gemüse, Pilzen und Rinderleber vor. Wenn bereits Nagelschäden
vorliegen, kann eine Kur mit Vitamin H in Tablettenform den Behandlungserfolg
unterstützen. Um spröden Nägeln vorzubeugen und die Haut an den Füßen zu
stabilisieren ist es sinnvoll, nach dem Duschen eine feuchtigkeitsspendende
Creme einzumassieren.
Richtig kürzen und pflegen
Die Fußnägel müssen
regelmäßig und in gerader Linie geschnitten werden, damit sie an den Seiten
nicht einwachsen. Das geht leichter, wenn die Nägel weich sind, zum Beispiel
nach dem Duschen oder einem Fußbad. Gut geeignet sind spezielle Fußnagelscheren.
Für Ältere, die sich nicht mehr so gut bücken können, gibt es Modelle mit
längerem Griff. Wichtig ist es, vorsichtig vorzugehen und die Haut am Nagel
nicht zu verletzen. Vor allem bei Diabetes oder schlechter Wundheilung können
selbst kleinste Verletzungen schwerwiegende Folgen haben. Wer mit einer Schere
nicht zurechtkommt, verwendet besser einen Nagelknipser.
Kleine Unebenheiten sollten sorgfältig ausgefeilt werden. Besonders nagelschonend
und sicher für die empfindliche Haut am Nagel sind Glasfeilen. Für Ältere oder
Menschen mit Bewegungseinschränkungen gibt es diese auch in ergonomisch
geformter Ausführung. Trotz aller Hilfsmittel haben viele Senioren
Schwierigkeiten, ihre Fußnägel richtig zu pflegen – zum Beispiel aufgrund von
Gicht, Arthrose oder häufig wiederkehrenden Nagelproblemen. Sie sollten die
Hilfe einer medizinischen Fachkraft in Anspruch nehmen. Bequem sind mobile
Fußpflegedienste, die ins Haus kommen. Weisen Nagelveränderungen auf eine
Erkrankung hin, ist es unerlässlich, den Hautarzt aufzusuchen und eine
fachgerechte Behandlung einzuleiten.
Weitere Informationen zur
Gesundheit und Pflege der Fußnägel enthält die Broschüre „Gesunde Haare und
Nägel“, kostenlos angeboten von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Sie kann
auf dem Postweg oder im Internet angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße
32, 53123 Bonn, www.dha-haareundnaegel.de.