Chronisches
Handekzem: Ein Fall für den Facharzt
Wenn die Haut wie Feuer brennt
Bonn, 27.03.12 Wer schon einmal mit einem kleinen Hautriss eine Mandarine geschält hat weiß: Selbst kleinste
Wunden können unangenehm brennen. Beim Handekzem sind die Hände von solchen
Wunden übersät; schmerzhafte Risse, Entzündungen und Bläschen lassen jeden
Handgriff zur Tortur werden. In Verbindung mit Wasser oder Obstsaft brennt die
Haut wie Feuer.
Als besonders schlimm und geradezu schmerzhaft
empfinden viele Betroffene das Jucken, das mit den Hautveränderungen
einhergeht. „Dieser so genannte Juckschmerz ist eine für das Handekzem typische
und sehr quälende Missempfindung, die den Patienten
Tag und Nacht keine Ruhe lässt“, erklärt Professor Dr. Sonja Ständer, Leiterin
des Kompetenzzentrums Chronischer Pruritus am Universitäts-Hautklinikum
Münster. Nahezu unerträglich wird es, wenn Wasser, Haarshampoo oder Obstsaft
über die offenen und entzündeten Hautstellen läuft. Was den Alltag erschwert,
kann im Beruf das Aus bedeuten – vor allem dann, wenn die berufliche Tätigkeit
das Handekzem begünstigt oder sogar ausgelöst hat, wie häufig bei Friseuren
oder Maurern der Fall. Auch in Berufen mit Kundenkontakt kann es zu Problemen
kommen: „Wenn eine Verkäuferin an der Fleischtheke mit entzündeten Händen ihre
Kunden bedient, sind Unmut und sogar diesbezügliche Kommentare
vorprogrammiert“, weiß Ständer. Nicht selten müssen die Betroffenen ihren
Arbeitsplatz wechseln oder werden sogar arbeitsunfähig.
Dranbleiben lohnt sich
Obwohl das chronische Handekzem massive Beschwerden
verursachen kann, bleibt es in vielen Fällen lange unerkannt. Der Grund: Ein
einheitliches Krankheitsbild des Handekzems gibt es nicht. So leidet der eine
hauptsächlich unter juckenden Bläschen, der andere kämpft mit trockenen und
rissigen Händen, beim nächsten sind neben den Händen auch die Füße betroffen.
Ebenso unterschiedlich sind die Ursachen: Feuchtarbeit oder der tägliche
Kontakt zu Reizstoffen können ein Handekzem ebenso auslösen wie eine Allergie
gegen Bestandteile von Schuhleder oder Kosmetika. „Patienten mit einem
Handekzem brauchen einen langen Atem“, betont Erhard Hackler, Vorstand der
Deutschen Haut- und Allergiehilfe. „Sie sollten aber keinesfalls den Mut
verlieren oder gar auf fachärztliche Hilfe verzichten.“ Dranbleiben lohnt sich
auf jeden Fall: Ist das Handekzem erst einmal diagnostiziert, so gibt es für
jede Form und Ausprägung eine passende Behandlungsmöglichkeit. In den
allermeisten Fällen ist eine Abheilung oder zumindest eine deutliche Besserung
der Beschwerden möglich: mit Hautschutzmaßnahmen, konsequenter Hautpflege und
einer maßgeschneiderten Therapie. Diese erfolgt zumeist äußerlich; für schwere
Fälle steht seit einiger Zeit außerdem eine innerliche Therapie in Form von
Tabletten zur Verfügung.
Was sind typische Auslöser für ein Handekzem? Was
sollten Betroffene unternehmen, wenn ihr Handekzem beruflich bedingt ist?
Welche Hautschutzmaßnahmen sind sinnvoll und welche Therapiemöglichkeiten gibt
es? Diese und andere Fragen rund um das Handekzem beantwortet die
Patientenbroschüre „Chronisches Handekzem“, angeboten von der Deutschen Haut-
und Allergiehilfe e.V. Die Broschüre ist kostenlos und kann postalisch oder im
Internet angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-handekzem.de.