Das richtige Öl für die Babymassage
Streicheleinheiten und sichere Hautpflege verbinden
Bonn, 25.06.14 Babymassage wirkt in vielerlei Hinsicht positiv: Sie
entspannt, stärkt das Immunsystem, festigt die Eltern-Kind-Beziehung und hilft
gegen Bauchweh. Mit einem geeigneten Massageöl verwöhnt sie außerdem Babys
Haut. Doch welche Öle eignen sich für die Massage der Kleinsten am besten?
Kaltgepresstes Bio-Öl oder pflanzliches Babyöl? Darf
ein Duftzusatz sein oder nicht? Diese Fragen diskutierten Experten bei der
diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Baby- und
Kindermassage (DGBM)1.
Die Haut ist unser größtes
Sinnesorgan. Sie reagiert nicht nur auf Wärme und Kälte, sondern ganz besonders
auch auf Berührung. Jeder Körperkontakt vermittelt dem Baby das Gefühl von Nähe
und Geborgenheit. Regelmäßiges Massieren regt die Durchblutung an, vertieft die
Atmung, mildert Koliken und hilft dem Kind, ein gutes Körpergefühl zu
entwickeln. Sogar Neugeborene dürfen schon mit einer kurzen Massage verwöhnt
werden, sobald der Nabel abgeheilt ist.
Massage und Hautpflege in einem
Damit die Hände leicht über
den Körper gleiten und das Baby die Massage rundum genießen kann, empfiehlt
sich ein Massageöl. Doch welche Kriterien muss ein Massageöl für Babys
erfüllen? Auf der DBGM-Tagung betonten die zur Diskussion eingeladenen
Hautpflegeexperten vor allem den Aspekt der Sicherheit: Die Haut von Babys ist
noch nicht ausgereift und reagiert daher besonders empfindlich auf Reize. Ein
Massageöl, das großflächig aufgetragen wird, sollte daher streng
schadstoffkontrolliert und hochgereinigt, also raffiniert sein. Für kaltgepresste
Speiseöle wie Olivenöl oder Mandelöl, das Fachkräfte für Babymassage gerne
verwenden, gilt das nicht. Sie sind unraffiniert,
also ungereinigt, und enthalten noch zahlreiche
Stoffe, die in der feinen Küche erwünscht, für die Verwendung auf der Babyhaut aber ungeeignet sind. „Selbst hochwertige
Speiseöle in Bioqualität erfüllen in Sachen Hautpflege nicht unbedingt
medizinisch genormte Qualitätsstandards“, erklärt Privatdozentin Dr. Garcia
Bartels von der Kinderdermatologischen Hochschulambulanz der Charité –
Universitätsmedizin Berlin. „Eine klinische Studie² zur Anwendung einer
Babypflegelotion mit Sonnenblumenöl hat gezeigt, dass diese die Babyhaut gut pflegen kann. Wichtig ist bei der Anwendung
von pflanzlichen Ölen eine standardisierte und kontrollierte Qualität.“
DGBM-Kursleiterin Nicole Müller ergänzt: „Es muss ein qualitativ hochwertiges
und gleichzeitig bezahlbares Produkt sein, das Eltern in jedem Drogeriemarkt
erwerben können.“ Eine gute Option für die Massage und Pflege sind Babyöle auf pflanzlicher Basis mit wenigen, klar
definierten Inhaltsstoffen, die einen sicheren Hautschutz gewährleisten und nachweislich
kein reizendes oder allergenes Potenzial aufweisen.
Duften oder nicht?
Die Experten sind sich
einig: Duftzusätze müssen nicht unbedingt sein. Die Erfahrung zeigt jedoch,
dass Eltern wie Babys positiv und entspannt auf angenehme Düfte reagieren.
„Eltern sollten Freude an dem Öl haben, denn es ist der „Klebstoff“ zu einer guten Beziehung“, erläutert
Müller. Wichtig ist es, dass die Duftzusätze frei von allergieverdächtigen
Stoffen sind. Ätherische Öle beispielsweise bergen ein hohes Allergiepotenzial
und gehören nicht in ein Babymassageprodukt.
Babymassage kann jeder
lernen. Die Deutsche Gesellschaft für Baby- und Kindermassage e.V. bildet regelmäßig
Kursleiterinnen aus, die die richtige Technik wiederum an Mütter und Väter
weitergeben: www.dgbm.de. Informationen zur Reinigung und Pflege der Babyhaut enthält die Broschüre „Babys Haut gesund pflegen“,
angeboten von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Sie ist kostenlos und kann
im Internet oder auf dem Postweg angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße
32, 53123 Bonn, www.dha-hautpflege.de.
1 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für
Babymassage DGBM „Berührung mit Respekt® – und dem richtigen Massageöl“,
2 Garcia Bartels N1, Rösler S, Martus P, Stroux A, Lönnfors S, Reisshauer A, Blume-Peytavi U., „Effect of baby swimming and baby lotion on the skin barrier of infants aged 3-6 months.” [Article in English, German], J Dtsch Dermatol Ges.
2011 Dec;9 (12):1018-25. doi: 10.1111/j.1610-0387.2011.07710.x.