Brüchige Fingernägel haben oft alltägliche Ursachen
Bonn, 23.09.16 Etwa 20 Prozent der Bevölkerung in
Deutschland haben brüchige Fingernägel. Dies ist nicht nur ein medizinisches
Problem, sondern kann auch aus kosmetischen Gründen belastend für die Betroffenen
sein. Oftmals ist die berufliche Tätigkeit schuld, wie zum Beispiel
Feuchtarbeit oder das Schreiben an der Tastatur1. Mit
Schutzmaßnahmen, der richtigen Pflege und einer nagelstärkenden Ernährung lässt
sich das Problem meist in den Griff bekommen.
Zu einem gepflegten
Erscheinungsbild gehören auch schöne, feste Fingernägel. Doch bei jedem Fünften
werden die Nägel diesem Anspruch nicht gerecht: Sie sind zu weich, splittern
oder brechen leicht ab. Frauen umgehen das Problem häufig, indem sie auf
künstliche Nägel zurückgreifen. „Grundsätzlich ist gegen nagelkosmetische
Verfahren nichts einzuwenden“, sagt der Bonner Haar- und Nagelexperte Dr. Gerhard
Alfons Lutz2. „Ich empfehle aber, zunächst die Ursachen für das
Nagelproblem vom Arzt abklären zu lassen. Manchmal steckt eine Erkrankung
dahinter, die behandelt werden muss.“ Zu bedenken ist auch, dass es die eigenen
Nägel belastet, wenn die Kunstnägel wieder entfernt werden. Ob mit oder ohne
Kunstnägel – alle Maßnahmen, die die Naturnägel schützen, stärken und pflegen,
sollten ausgeschöpft werden.
Wasser, Chemikalien, Tippen
Sind die Hände häufig einem
feuchten Milieu ausgesetzt, so dringt verstärkt Feuchtigkeit in die Nagelplatte
ein. Der Zusammenhalt der Hornzellen verschlechtert sich und der Nagel wird
brüchig. Auch bestimmte Chemikalien greifen die Nägel an und lassen sie weich
und spröde werden. Wer beruflich viel mit Wasser oder Chemikalien zu tun hat,
wie beispielsweise Friseure, sollte daher bei belastenden Tätigkeiten
Handschuhe tragen. Vorsicht ist ebenso bei der Nagelkosmetik angesagt. Frauen,
die gern ihre Nägel lackieren, verwenden am besten Nagellackentferner ohne
Aceton, der die Nägel nicht entfettet, sowie nagelhärtende Lacke mit Keratin. Nicht
zu unterschätzen ist die Belastung durch Computerarbeit: Das Tippen führt den
Nägeln so genannte Mikrotraumata zu, die das Nagelwachstum beeinträchtigen. Wer
damit Probleme hat, sollte die Nägel so kürzen, dass sie die Tastatur nicht
berühren.
Cremen, Stärken, Geduld
Ein einfaches Mittel für
geschmeidige und widerstandsfähige Nägel ist es, sie regelmäßig mit pflegendem
Öl oder Handcreme zu verwöhnen. Darüber hinaus trägt eine ausgewogene Ernährung
zu einem gesunden Nachwachsen der Nägel bei. Eine besondere Rolle spielt
Vitamin H, das die Bildung von Keratin fördert, dem Hauptbestandteil der Nägel.
Vitamin H ist unter anderem in Haferflocken, Vollkornprodukten, Eigelb, Nüssen
und Champignons enthalten. Bei ausgeprägten Nagelproblemen kann es sinnvoll
sein, Vitamin H für eine gewisse Zeit in Tablettenform einzunehmen. Wichtig ist
es außerdem sicherzustellen, dass kein Eisen- oder Zinkmangel vorliegt.
Andernfalls sind derartige Defizite durch entsprechende Präparate aus der
Apotheke auszugleichen. „Letztendlich braucht es viel Geduld, bis ein
vollständig gesunder Nagel nachgewachsen ist. Die Fingernägel wachsen zwischen ein
bis zwei Millimeter pro Monat. Das lässt
sich nicht beschleunigen“, erinnert Lutz.
Weitere Informationen zur
Gesundheit und Pflege der Fingernägel enthält die Broschüre „Gesunde Haare und
Nägel“, kostenlos angeboten von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Sie kann
auf dem Postweg oder im Internet angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32,
53123 Bonn, www.dha-haareundnaegel.de.
(1)
S. Borelli, S. Lautenschlager, „Brüchige Nägel – Die Anamnese gibt
Hinweise auf die Ursache“, DERMATOLOGIE PRAXIS 2011 (5) 4-5
(2)
www.hair-nail.de