Neue Broschüre „Basispflege und Therapie bei
Neurodermitis“
Neurodermitis besser in Schach halten
Bonn, 20.02.14 Neurodermitis-Schübe lassen sich heute oftmals bereits im
Keim ersticken: Dank aktueller Forschungsergebnisse haben Wissenschaftler eine
Basisbehandlung entwickelt, die fehlende Bausteine in der neurodermitiskranken
Hautbarriere ersetzt und die Haut so besser gegen Provokationen wappnet. Eine
neue Broschüre der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. stellt diesen
Therapieansatz vor.
Trockene Haut, juckende
Ekzeme, Entzündungen: Rund vier Millionen Neurodermitis-Patienten in
Deutschland kennen diese Symptome allzu gut. Viele von ihnen sind Kinder; etwa
14 Prozent der Kinder im Grundschulalter leiden an der chronisch-entzündlichen
Erkrankung. Heilbar ist Neurodermitis bis heute nicht. Doch die Besonderheiten
der neurodermitiskranken Haut werden dank aktueller
Forschungen1-3 jetzt besser verstanden und bieten einen neuen Ansatz
für eine wirksame Basisbehandlung. Professor Dr. Thomas Bieber, Dermatologe und
Allergologe an der Universitätsklinik Bonn erklärt das so: „Die Haut von Neurodermitispatienten ist auch in beschwerdefreien Phasen
nicht gesund. Sie ist viel zu trocken und kann äußere Einflüsse wie Kälte oder
Schadstoffe nicht ausreichend abwehren. Denn der Hautbarriere fehlen wichtige
Substanzen, die normalerweise für einen ausgewogenen Fett-Feuchtigkeitshaushalt
sorgen. Wir haben heute einen viel tieferen Einblick in diese Vorgänge als
früher und können diesen Mangel daher schon recht gut durch die äußerliche
Behandlung mit bestimmten Fett- und Eiweißstoffen ausgleichen.“ Untersuchungen
haben gezeigt, dass eine solche Basistherapie die Hautbarriere stabilisiert, das
Risiko für Ekzemschübe senkt und dadurch im Endeffekt
den Verbrauch an Medikamenten reduziert.
Informationen und praktische Tipps für Patienten
Welche Bausteine fehlen der
Haut bei Neurodermitis? Wie funktioniert die Basisbehandlung? Was können
Betroffene außerdem tun, um Ekzemschübe möglichst zu
verhindern? Wie bekommen sie den quälenden Juckreiz in den Griff? Diese und
weitere Fragen beantwortet die Broschüre „Basispflege und Therapie bei
Neurodermitis“ ausführlich und gut verständlich. Sie zeigt auf, welche Faktoren
Ekzemschübe auslösen können und was Patienten bei der
Reinigung und Pflege ihrer Haut beachten sollten. Ferner erklärt sie das
Stufenschema, bei dem Ekzeme in Abhängigkeit vom Entzündungsgrad behandelt
werden, wenn die Erkrankung doch einmal aufflammt. Ein Kapitel widmet sich
begleitenden, nicht-medikamentösen Therapien. Außerdem erhält der Leser
praktische Tipps gegen den Juckreiz. Der kostenlose Patientenratgeber kann
postalisch oder im Internet bei der Deutschen Haut- und Allergiehilfe angefordert
werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis.de.
Quellen:
1 A D
Irvine, W H Irwin McLean, Breaking the (Un)Sound
Barrier: Filaggrin Is a Major Gene for Atopic
Dermatitis, Journal of Investigative Dermatology (2006) 126, 1200–1202.
doi:10.1038/sj.jid.5700365
2 E
Simson et al., Improvement of skin barrier
function in atopic dermatitis patients with a new moisturizer containing a ceramide precursor, Journal of Dermatological Treatment,
2013; 24: 122–125
3 J Q
Del Rosso , L H Kircik, The
Integration of Physically-Targeted Skin Care in the Management of Atopic
Dermatitis: Focus on the Use of a Cleanser and Moisturizer System Incorporating
a Ceraminde Precursor, Filaggrin
Degradation Products, and Specific “Skin-Barrier-Friendly” Excipients,
J Drugs Dermatol. 2013; 12 (7 suppl
1): s85-s91