Allergievorsorge schont den Geldbeutel
Aktuelle Studien zeigen: Vorbeugung lohnt sich auch
finanziell
Bonn, 21.02.13 Allergien belasten Kinder und Eltern oftmals massiv.
Außerdem kosten sie viel Geld, das betroffene Familien zu einem großen Teil selbst
aufbringen müssen. Studien haben jetzt gezeigt, dass sich Vorbeugung mit hypoallergener Nahrung auch aus finanzieller Sicht lohnt.
Interessierte Eltern können die Ergebnisse der Studien jetzt in der
aktualisierten Broschüre „Allergieprävention und Ernährung“ nachlesen.
Wenn ein Kind an einer
Allergie leidet, bestimmt das oftmals den gesamten Alltag. Neben
gesundheitlichen Belastungen müssen die Kinder zahlreiche Einschränkungen in
Kauf nehmen: Während des Pollenflugs draußen zu spielen, unbeschwert in die
Schulmensa zu gehen oder am Schwimmunterricht teilzunehmen, ist für sie oftmals
unmöglich. Die betroffenen Familien müssen zudem viel Zeit für Arzttermine und
Schulungen aufwenden. Hinzu kommt die finanzielle Belastung: Vieles, was über
ärztliche Behandlungen und Medikamente hinausgeht, müssen sie selbst tragen.
Dazu gehören beispielsweise besondere Hautpflegeprodukte, milbendichte
Schonbezüge für Kopfkissen und Bettwäsche, spezielle Lebensmittel, Fahrtkosten
zu Ärzten sowie Gehaltseinbußen durch Arbeitsausfall. Alle Maßnahmen, die
helfen, eine Allergie zu verhindern, sind daher auch aus finanzieller Sicht gut
investiert.
„Oberste Priorität hat
dabei das Stillen in den ersten vier Lebensmonaten“, erklärt Dr. Andrea von
Berg, Leiterin des Forschungsinstituts zur Prävention von Allergien und
Atemwegserkrankungen im Kindesalter, im Marien-Hospital Wesel. „Doch auch bestimmte
studiengeprüfte HA-Nahrungen aus dem Handel sparen im Endeffekt Geld, auch wenn
sie etwas teurer sind als normale Säuglingsnahrungen. Denn sie können das
Risiko für eine atopische Dermatitis langfristig2
senken und ersparen damit vielen Familien Leid und eine hohe finanzielle
Belastung.“
Das zeigen verschiedene
Studien zur Wirksamkeit von HA-Nahrungen1,2,4,
in deren Rahmen Forscher unter anderem den Kostenfaktor unter die Lupe genommen
haben. Dies sei am Beispiel einer geprüften HA-Nahrung auf Molkebasis3
gezeigt. Danach müssen Familien, die bis zum Ende des vierten Lebensmonats
ausschließlich diese Nahrung füttern, rund 180 Euro mehr aufwenden als für
herkömmliche Säuglingsnahrung1. Auf der anderen Seite verursacht die
atopische Dermatitis jedes Jahr Kosten von 1.366 Euro
für die Gesellschaft und die betroffenen Familien sowie 466 Euro für die
Krankenkassen1. Mit einer geeigneten HA-Nahrung lassen sich jedes
Jahr 10.500 neue Fälle von atopischer Dermatitis
verhindern4. So kann die konsequente Allergievorsorge der
Gesellschaft und den Familien jedes Jahr geschätzte 65 Millionen Euro
einsparen.
Die wichtigsten Ergebnisse
der Studien hat die Deutsche Haut- und Allergiehilfe nun auch in die Broschüre
„Allergieprävention und Ernährung“ aufgenommen. Diese enthält eine Fülle von
Informationen zum Allergierisiko von Neugeborenen, Möglichkeiten der
Allergievorbeugung, zur Ernährung von Säuglingen mit Allergien und zum
Einführen der Beikost. Die Broschüre kann im Internet oder auf dem Postweg
kostenlos bestellt werden: Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA) e.V.,
Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-allergien-vorbeugen.de.
Quellen:
(1) Mertens J, Stock S, Lüngen M, von Berg A, Krämer U,
Filipiak-Pittroff B, Heinrich J, Koletzko S, Grübl A, Wichmann H-E, Bauer C-P,
Reinhardt D, Berdel D, Gerber A. Is Prevention of Atopic Eczema
with Hydrolyzed Formulas Cost-Effective? A Health Economic Evaluation from Germany. Pediatr Allergy Immunol
2012: 00.
(2) von Berg A von et al: Preventive Effect of hydrolysed
infant formulas persists until age 6 years: Long-term results from the German
Infant Nutritional Intervention Study (GINI); Journal of Allergy and Clinical
Immunology, Volume 121, 2008
(3) Im Handel erhältlich
unter dem Namen BEBA HA
(4) Spieldenner J et al. Comparative Pharmacoeconomic Analyses: Partially Hydrolysed
100% Whey-Based Infant Formula and the Prevention of Atopic Dermatitis. Ann Nutr. Metab 59 (suppl 1): 44-52 (2011)