Die richtige Babyhautpflege – Studien schaffen Klarheit
Bonn, 18.01.13 Klares Wasser oder Badezusatz? Olivenöl oder
Pflegelotion? Feuchttücher oder Waschlappen? Wenn es um die Reinigung und
Hautpflege der Kleinsten geht, scheiden sich die Geister. Kein Wunder, dass
junge Eltern oftmals verunsichert sind, welchen Rat sie befolgen sollen. Jetzt
schaffen Studien zur Hautgesundheit von Babys Klarheit und beruhigen: Die
richtige Babypflege ist gar nicht so schwer.
Babyhaut ist im ersten Lebensjahr
noch alles andere als fertig. Die Hautbarriere ist noch besonders durchlässig,
die Hornschicht dünn, Talg- und Schweißdrüsen laufen noch nicht auf Hochtouren.
Die Haut der Allerkleinsten ist daher besonders trocken, fettarm und
empfindlich. Doch wie reinigt man die sensible Babyhaut,
etwa in der Windelregion? Welche Pflege unterstützt die Reifung der
Hautfunktionen am besten?
Baden erlaubt
Im Rahmen mehrerer
Studien1, 2 haben sich nun Wissenschaftler mit den Besonderheiten
der Babyhaut auseinandergesetzt und Empfehlungen zur
schonenden Reinigung und Pflege ausgesprochen. Danach dürfen die Kleinen ab dem
siebten Lebenstag zwei- bis dreimal in der Woche baden. Den Ergebnissen der
Studien zufolge ist dies sogar etwas günstiger als das Waschen, erklärt Privatdozentin
Dr. med. Natalie Garcia Bartels vom Clinical Research
Center for Hair and Skin
Science an der Hautklinik der Charité in Berlin: „Bei gebadeten Kindern konnten
wir an Stirn und Po eine höhere Hautfeuchtigkeit und einen geringeren
Wasserverlust über die Haut messen als bei denen, die mit dem Waschlappen
gewaschen wurden.“ Das Bad sollte nicht länger als fünf bis zehn Minuten
dauern, die Wassertemperatur bei 37 bis 38°C liegen. Klares Wasser ist in
Ordnung, ein milder Badezusatz ebenso. Babys nach dem Baden einzucremen, ist
laut Studiendaten bei normaler Haut nicht unbedingt notwendig; es spricht aber
nichts dagegen, die Kleinen mit einer sanften Massage und einer babymilden
Lotion zu verwöhnen. Ist die Haut besonders trocken, so braucht sie in jedem
Fall eine rückfettende Pflegelotion. Das kommt bei Babys häufig vor und äußert
sich in einer rauen, rissigen und juckenden Haut, weißen Schüppchen sowie einer
vergröberten Oberflächenstruktur.
Hauptsache sanft
Im Rahmen der
Studien wurde auch der Einfluss von Feuchttüchern sowie von Wasser und Lappen
auf die Hautreifung in der empfindlichen Windelregion untersucht. Das Ergebnis:
Es machte keinen allzu großen Unterschied, ob Feuchttücher oder Wasser und
Lappen verwendet wurden. Unabhängig davon setzen viele Mütter bei der Popflege auf Baby-Öl, das zur besonders schonenden und
gleichzeitig gründlichen Reinigung geeignet ist, speziell wenn der Po gerötet
ist. Wichtig: Beim Trockentupfen dürfen die Hautfalten nicht vergessen werden.
Nur deklarierte Inhaltsstoffe
Bei der Auswahl
der Babypflege gilt das Motto: Wenige, dafür aber hochwertige Inhaltsstoffe.
„Dieses Kriterium erfüllen Pflegeserien, die auf die sensible Babyhaut abgestimmt sind, am besten. Vorsicht ist hingegen
bei Produkten geboten, deren Zusammensetzung nicht bekannt ist“, warnt Garcia
Bartels. „So ist beispielsweise Olivenöl aus dem Küchenregal zur Babyhautpflege
nicht empfehlenswert, da hier zumeist der Gehalt an anderen Ölen und möglichen
Schadstoffen nicht deklariert ist. Außerdem kommt eine aktuelle Studie3
mit Erwachsenen zu dem Schluss, dass Olivenöl sich nicht vorteilhaft auf die
Hautbarriere auswirkt.“ Es empfiehlt sich darauf zu achten, dass die Babypflege
keine reizenden Stoffe enthält, wie beispielsweise ätherische Öle, synthetische
Konservierungsstoffe, Parabene, Paraffine und Farbstoffe.
Wasch- und Badezusätze sollten darüber hinaus frei von PEG-Emulgatoren sein.
Weitere Informationen enthält die Broschüre „Babys Haut gesund pflegen“,
angeboten von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Der Ratgeber beschreibt
die Besonderheiten der Babyhaut und erklärt, worauf
es bei der Pflege ankommt. Darüber hinaus werden die häufigsten Hautprobleme
bei Säuglingen angesprochen. Die Broschüre ist kostenlos und kann im Internet
oder auf dem Postweg angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123
Bonn, www.dha-hautpflege.de.
(1)
N. Garcia Bartels, „Baden oder Waschlappen? Cremen oder nicht cremen?“ Hebammenforum 8/2012
(2)
U. Blume-Peytavi, „Bathing and cleansing in newborns from day 1 to first
year of life: recommendations from a European round table meeting”, JEADV 2009,
23, 751–759
(3) M.J. Cork et al, “Effect of Olive and Sunflower Seed Oil on the Adult Skin Barrier: Implications for Neonatal Skin Care”, Pediatr Dermatol. 2012 Sep 20, 1525-1470