Mit Neurodermitis in die Sauna? Das kommt darauf an!
Bonn, 17.11.15 In der kalten
Jahreszeit kann ein Saunabesuch Wunder wirken: Körper und Seele entspannen, das
Frösteln verschwindet, das Immunsystem wird gestärkt. Auch die Haut profitiert
vom Schwitzen im Dampf. Saunafreunde mit Neurodermitis sollten allerdings ein
paar Regeln beachten.
Für gesunde Haut ist ein
Saunabesuch kein Problem. Im Gegenteil: Die Wärme fördert die Durchblutung und
öffnet die Poren, Verunreinigungen gelangen nach außen, abgestorbene Hautzellen
lösen sich und werden anschließend einfach abgeduscht. Langfristig stabilisieren
regelmäßige Saunabesuche die Hautbarriere und den Säureschutzmantel.1
Mit Neurodermitis in die Sauna?
Neurodermitispatienten sollten mit ihrem Hautarzt
besprechen, ob ein Saunabesuch für sie sinnvoll ist und was sie beachten
sollten. Während eines akuten Ekzemschubs ist
generell vom Saunieren abzuraten, denn die Hitze kann die Entzündungen
verstärken. Außerdem kann der Schweiß unangenehm auf der wunden Haut brennen. Wenn
der Hautzustand stabil ist, spricht auch bei Saunafans mit Neurodermitis nichts
gegen die Entspannung im Schwitzbad. Gleichwohl ist nicht jeder Saunatyp für jeden geeignet: So können empfindliche
Personen allergisch auf die in Aufgüssen enthaltenen Duftstoffe reagieren. Für
sie ist eine Niedrigtemperatursauna ohne Aufgüsse möglicherweise eine gute
Alternative.
Nach der Sauna Fett und
Feuchtigkeit ersetzen
Während des Schwitzens im
Dampf verliert die Haut kurzfristig Fett und Feuchtigkeit. Für gesunde Haut ist
das kein Problem; auf Dauer profitiert der hauteigene
Fett-Feuchtigkeitshaushalt sogar. Das gilt auch für die von Neurodermitis
betroffene Haut, allerdings kann sie den Verlust von Fett und Feuchtigkeit
nicht so schnell ausgleichen und braucht nach dem Saunabesuch Unterstützung.
Aus diesem Grund ist es wichtig, sich nach dem letzten Saunagang von Kopf bis
Fuß einzucremen. Dabei ist es ratsam zu warten, bis der Körper nicht mehr
schwitzt. Ideal sind Körperlotionen, die speziell für Neurodermitis entwickelt
wurden: Sie geben der Haut Feuchthaltefaktoren und bestimmte Hautfette zurück,
die ihr genetisch bedingt fehlen2. Zudem haben sie einen
hautfreundlichen pH-Wert und verzichten auf Farb-, Duft- und
Konservierungsstoffe. Idealerweise lassen sie sich leicht verteilen und ziehen
schnell ein.
Eine Fülle praktischer
Tipps zur Pflege der neurodermitiskranken Haut sowie
umfassende Informationen zu den Ursachen, Symptomen und
Behandlungsmöglichkeiten enthält die Broschüre „Basispflege und Therapie bei
Neurodermitis“. Sie wird von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V.
kostenfrei angeboten und kann postalisch oder im Internet angefordert werden:
DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis.de.
1 Kowatzki D et al., “Effect of Regular Sauna on Epidermal Barrier Function and Stratum Corneum Water-Holding Capacity in vivo in Humans: A
Controlled Study”, Dermatology
2008; 217:173-180
2 Bei Neurodermitis fehlen in
der Hautbarriere vor allem der Feuchtigkeitsspeicher Filaggrin
und Hornfette, insbesondere die Ceramide 1 und 3.