Künstliche Fingernägel
Gesundheit der eigenen Nägel im Auge behalten
Bonn, 16.12.14 Sie sind länger, bunter oder einfach nur gepflegter als
ihre natürlichen Vorbilder: Künstliche Fingernägel werden immer beliebter. Doch
sind sie auch gesundheitlich unbedenklich? Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe
e.V. sprach mit dem Bonner Haar- und Nagelexperten Dr. Gerhard Alfons Lutz1
über Vorteile und Risiken künstlicher Fingernägel.
Künstliche Fingernägel, die
im Nagelstudio professionell aufgetragen werden, sind in der Regel
unbedenklich. Problematisch wird es aber, wenn die Nägel besonders lang sind
und dadurch bei Tätigkeiten wie Putzen oder Gartenarbeit angehoben werden. Dann
entstehen im Nagelbett unterhalb des eigenen Nagels kleine Hohlräume, in die
Keime eindringen können. „Es gibt immer wieder Patientinnen, die nach dem
Abnehmen ihrer künstlichen Nägel Veränderungen an ihren eigenen Nägeln
feststellen“, erklärt Lutz. „Oftmals handelt es sich dabei um Verfärbungen, die
durch das Feuchtbakterium Pseudomonas aeruginosa zustande kommen – besser bekannt als Grünspan.“
Diese Bakterien sitzen beispielsweise an alten Duschköpfen oder in Feuchträumen
und gelangen beim Reinigen in die entstandenen Hohlräume des Nagelbetts. Am
vorderen Ende des Nagels kann es auch zu Pilzinfektionen kommen: „Die Pilze
werden durch Tätigkeiten mit dem Fingernagel sozusagen in den Nagelbereich
geschaufelt“, erklärt Lutz. Eine von vorne nach hinten fortschreitende
Nagelpilzinfektion ist dann die Folge. Hin und wieder beobachtet der Experte
auch Allergien durch Nagelkleber oder Nagellack. „Solche Allergien sind
mitunter schwierig auszumachen, weil die Veränderungen nicht immer an den
Nägeln oder Fingern selbst zutage treten, sondern häufiger an den Augenlidern –
offensichtlich gelangen die Allergene beim Schminken dorthin.“
Erst prüfen, dann kleben
Zunächst sollten die
eigenen Nägel auf Veränderungen hin untersucht werden. Wer Dellen, Risse oder
Flecken bemerkt, sollte sich beim Facharzt beraten lassen. Steht der Anwendung
künstlicher Nägel nichts im Wege, so rät Lutz zu einem professionellen
Nagelstudio. „So ist die Gefahr geringer, dass beim Anbringen der künstlichen
Nägel Verletzungen im Nagelfalzbereich entstehen, die wiederum als eine
Eintrittspforte für Pilze, Bakterien oder Viren dienen können.“ Auch wenn sie
gut sitzen, sollten künstliche Nägel nicht monatelang ohne Pause verwendet
werden. Hin und wieder sollten Frauen ihren eigenen Nägeln etwas Luft gönnen
und kontrollieren, was darunter passiert.
So werden die eigenen Nägel schön
Auch die eigenen Nägel
können schön und gepflegt aussehen, wenn sie in ihrer Struktur gesund sind. „Schön
lackierte Fingernägel sind durchaus ein Eyecatcher“, sagt Lutz. „Wichtig ist
es, Lack und Lackentferner ohne Aceton zu verwenden, damit die Nägel nicht
austrocknen.“ Manche Lacke können unschöne Verfärbungen zurücklassen. Diese
sind harmlos und wachsen mit der Zeit aus – das erfordert allerdings Geduld.
Zur Schönheitspflege von innen eignet sich eine Vitamin-H-reiche Ernährung,
denn Biotin ist für alle hornbildenden Zellen ein wichtiger Nährstoff. Ein
gravierender Mangel an Vitamin H ist eher selten, sollte dann aber durch gezielte
Ergänzung ausgeglichen werden. Für ein gesundes Nagelwachstum ist es außerdem
wichtig, die Eisenwerte im Auge zu behalten.
Weitere Informationen rund
um gesunde und schöne Nägel enthält die Broschüre „Gesunde Haare und Nägel –
Strukturschäden behandeln und vorbeugen“. Der Ratgeber kann kostenlos auf dem
Postweg oder im Internet angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32,
53123 Bonn, www.dha-haareundnaegel.de.