Mit flexibler Kleidung und richtiger Hautpflege
Trotz Neurodermitis beschwerdefrei durch den Winter
Bonn, 15.01.15 Viele Patienten mit Neurodermitis leiden
besonders im Winter unter Ekzemen und Juckreiz. Denn Kälte und Heizungsluft entziehen
der trockenen Haut zusätzlich Feuchtigkeit und machen sie noch empfindlicher,
als sie es ohnehin schon ist. Dann genügen kleinste Reize, um einen Schub
auszulösen – etwa ein kratzender Schal oder ein Schweißausbruch in der aufgeheizten
Straßenbahn. Folgende Maßnahmen helfen, ein Aufflammen bereits im Keim zu
ersticken.
Hautbarriere stärken
Mit einer angepassten
Hautpflege können Patienten ihre Haut gegen Frost und Kälte wappnen und das
Risiko für einen Neurodermitisschub wirksam senken.
Dafür sollten sie sich die Zeit nehmen, ihre Haut morgens und abends sorgfältig
einzucremen. Am besten eignet sich eine Pflege, die speziell für Neurodermitishaut entwickelt wurde. Lotionen und Cremes
spenden nicht nur Fett und Feuchtigkeit, sondern führen der Haut auch Bausteine
zu, die bei Neurodermitis in der Hautbarriere fehlen. Das sind vor allem
Hornfette (Ceramide 1 und 3) sowie das feuchtigkeitsspeichernde Eiweiß Filaggrin.
So wird die Hautbarriere gestärkt, die Haut wird geschmeidig, juckt weniger und
kann Reizen besser Paroli bieten. Hautpartien, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, brauchen
eine Creme, die durch einen höheren Fettanteil vor dem Auskühlen schützt. Wer
stark unter nässenden Ekzemen und Hautjucken leidet, sollte sich zwei- bis
dreimal in der Woche ein kurzes Bad mit einem gerbstoffhaltigen Badezusatz
gönnen. Das beruhigt die Haut und lindert den quälenden Juckreiz.
Flexibel kleiden
Im Winter lässt es sich fast
nicht vermeiden, mehrmals täglich vom Kalten ins Warme zu kommen. Wer dabei weder
frieren noch schwitzen will, sollte anstelle einer dicken Jacke besser mehrere
dünne Kleidungsschichten übereinander ziehen, die er bei Bedarf flexibel ablegen
kann. „Das sollten sich vor allem junge Eltern zu Herzen nehmen“, bemerkt
Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. „Sie neigen
oftmals dazu, ihren Nachwuchs in dicke Daunenanzüge einzupacken. Kommen die
Kleinen damit von draußen ins Warme, überhitzen sie innerhalb kurzer Zeit. Bei
Kindern mit Neurodermitis ist damit der nächste Ekzemschub
geradezu vorprogrammiert.“ Die Kleidung sollte aus einem weichen Material
bestehen und atmungsaktiv sein. Gut geeignet sind weiche Baumwolle, Viskose und
Fleecestoffe. Auch Schals und Strumpfhosen müssen
weich und luftdurchlässig sein, denn viele Patienten sind am Hals und an den Kniekehlen
besonders empfindlich.
Raumluft feucht halten
Heizen trocknet die
Raumluft aus und ist daher Gift für feuchtigkeitsarme Haut. Regelmäßige
Stoßlüftung und Luftbefeuchter, zum Beispiel eine Schale Wasser auf dem
Heizkörper, verbessern die Luftfeuchtigkeit. Außerdem ist es wichtig, auch in
der kalten Jahreszeit ausreichend zu trinken.
Weitere Informationen und
praktische Tipps rund um die Neurodermitis gibt es bei der Deutschen Haut- und
Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis.de.
Dort ist auch die kostenfreie Broschüre „Basispflege und Therapie bei
Neurodermitis“ erhältlich.