Bonn, 12.09.08
Wenn bei Schuppenflechte auch Gelenkschmerzen auftreten, kann eine Psoriasis
Arthritis dahinter stecken – eine Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung. Die
Erkrankung muss möglichst frühzeitig behandelt werden; andernfalls kann sie zu
schweren Knochenschäden führen. Doch die Psoriasis Arthritis zu erkennen, ist
selbst für Fachleute nicht immer einfach.
Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden
an Schuppenflechte, einer chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankung der Haut.
Neueren Untersuchungen zufolge entwickelt sich bei rund 30 Prozent der
Betroffenen im Laufe der Zeit außerdem eine Psoriasis-Arthritis. Hier beschränkt
sich die Schuppenflechte nicht auf die Haut, sondern sie befällt auch die Innenhaut
der Gelenke. In der Folge kommt es zu Entzündungen und Deformationen an
Knorpeln und Knochen, die mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen
verbunden sein können.
Oft mit
anderen Erkrankungen verwechselt
Bei frühzeitiger Behandlung ist es oft möglich, die
Gelenkfunktion zu erhalten und eine weitergehende Zerstörung der Knochen zu verhindern.
Doch genau hier liegt die Schwierigkeit: Die Psoriasis Arthritis ist bei jedem
Patienten individuell ausgeprägt und gibt sich daher schwer zu erkennen. Nicht
selten wird sie mit anderen Erkrankungen verwechselt, die ähnliche Symptome
aufweisen, wie etwa Gicht, Arthrose oder rheumatoide Arthritis. Besonders schwierig
ist die Diagnose bei den zehn Prozent der Betroffenen, deren Haut keine
Schuppenflechte-Symptome aufweist, oder bei denen die Hautveränderungen
lediglich an versteckten Stellen auftreten. Aus diesem Grund raten Experten,
bei unklaren Gelenkschmerzen stets nach einer eventuellen familiären
Vorbelastung durch Schuppenflechte zu forschen. Die Psoriasis Arthritis zeigt
sich besonders häufig an den Endgelenken von Fingern oder Zehen. Oftmals
befällt sie auch nur ein oder wenige große Gelenke, etwa das Knie oder die
Lendenwirbelsäule. Zudem lohnt sich ein Blick auf die Nägel, da sie bei 70 bis 90 Prozent der Patienten mit Psoriasis
Arthritis sichtbare Zeichen einer Schuppenflechte aufweisen. Der richtige
Ansprechpartner ist in jedem Fall ein erfahrener Rheumatologe, der den
Zusammenhang zwischen der Schuppenflechte und den Gelenkbeschwerden erkennt und
anhand einer Szintigraphie oder einer Magnetresonanztomographie eine endgültige
Diagnose stellen kann.
Nicht nur die
Schmerzen behandeln
Die Psoriasis Arthritis gehört wie die rheumatoide
Arthritis zu den chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankungen. Allerdings sind
nicht alle Therapien, die bei der rheumatoiden Arthritis erfolgreich eingesetzt
werden, in gleicher Weise bei der Psoriasis Arthritis wirksam. Zudem kommt es
hier darauf an, neben den Gelenkbeschwerden auch die Hautsymptome zu behandeln.
Um ein Fortschreiten der Knochenzerstörung zu verhindern, ist eine Therapie mit
so genannten Basismedikamenten meist unumgänglich. Anders als reine
Schmerzmittel greifen sie aktiv in das Krankheitsgeschehen ein und hemmen die verhängnisvollen
Entzündungsprozesse. Solche Medikamente sind beispielsweise Methotrexat
oder Ciclosporin. Letzteres zeigt gleichzeitig eine
positive Wirkung auf die schuppenflechte-bedingten Hauterscheinungen. Ein
weiteres wichtiges Behandlungselement ist die Physiotherapie, die für eine
bessere Beweglichkeit der betroffenen Gelenke sorgt und zur Schmerzlinderung
beiträgt.
Weiterführende Informationen zum Thema Psoriasis
Arthritis bietet die Deutsche Haut- und Allergiehilfe jetzt neu auf ihrer
Internetseite www.dha-immuntherapie.de
an. Interessierte können dort außerdem eine Broschüre zur Immuntherapie bei
schwerer Schuppenflechte als PDF-Datei bestellen oder herunterladen.