Risse, Dellen, Flecken
Fingernägel verraten viel über die Gesundheit
Bonn, 10.11.15 Feste, glänzende Finger- und Fußnägel gehören für die
meisten Menschen zu einem gepflegten Äußeren dazu. Doch längst nicht jeder ist
mit makellosen Nägeln gesegnet: Rillen, Verfärbungen oder
Risse sind weit verbreitet. Die Ursachen von Strukturschäden und
Wachstumsstörungen an den Nägeln reichen von falscher Pflege über hormonelle
Veränderungen bis hin zum Nährstoffmangel. Manchmal steckt auch eine ernste Erkrankung
dahinter.
Äußere Einflüsse
Alles, was stark entfettet,
kann die Nägel angreifen und ihnen Feuchtigkeit entziehen. Dazu gehören Seifen,
Reinigungsmittel, Chemikalien und acetonhaltiger Nagellackentferner. Häufiger
Kontakt zu solchen Substanzen führt zu brüchigen, glanzlosen Nägeln. Dellen und
Rillen in den Fingernägeln sind oftmals die Folge einer mechanischen
Beanspruchung. Das kann eine nervöse Angewohnheit sein, wie zum Beispiel
zwanghaftes Drücken der Nägel. Weiße Flecken auf den Nägeln rühren häufig von
Stößen oder Verletzungen bei der Maniküre her.
Infektionen
Weit verbreitet und
besonders hartnäckig sind Nagelpilzerkrankungen. Sie äußern sich meist durch weiße
oder gelbliche Verfärbungen und Verdickungen der Nagelplatte. Im weiteren Verlauf
kann sich der Nagel teilweise oder ganz ablösen oder er zerbröselt.
Wachstumsstörungen
Schilddrüsenerkrankungen, Infekte,
Veränderungen im Hormonhaushalt oder Nährstoffmangel können das Nagelwachstum
beeinflussen. Die Folge sind dünne, brüchige Nägel. Auch Medikamente können den
Vitaminstatus beeinflussen und Nagelwachstumsstörungen hervorrufen. Tiefe
Querrillen in den Nägeln sind ein Zeichen dafür, dass das Wachstum zwischenzeitlich
gestört war.
Innere Erkrankungen
Bestimmte Organerkrankungen
können zu Gefäßveränderungen im Nagelbett führen, die sich wiederum auf die
Beschaffenheit der Nägel auswirken. Trübe, weißlich verfärbte Nägel können
beispielsweise auf Diabetes, Herzinsuffizienz oder Lebererkrankungen hinweisen.
Gelbliche Nägel kommen bisweilen bei Atemwegserkrankungen vor. Nach außen
gewölbte Nagelplatten (Uhrglasnägel) können die Folge einer Herz- oder
Lungenerkrankung sein.
Was tun?
Wer anhaltende
Nagelveränderungen bemerkt, sollte den Arzt aufsuchen. Nagelerkrankungen wie
zum Beispiel Pilzinfektionen müssen unter hautärztlicher Anleitung konsequent
behandelt werden und erfordern viel Geduld. Nagelveränderungen, die durch eine
Organerkrankung verursacht werden, bessern sich meist im Zuge der Behandlung
oder wenn die Erkrankung mit Medikamenten gut eingestellt ist. In jedem Fall,
vor allem aber bei Grunderkrankungen ist es wichtig, auf den Vitaminstatus zu
achten. Insbesondere Vitamin H ist für ein gesundes Nagelwachstum von
Bedeutung. Es kommt in Leber, Eigelb, Haferflocken, Nüssen, Soja und
Champignons vor. Bei starken Nagelschäden sollte eine Kur mit einem Vitamin
H-Präparat in Erwägung gezogen werden. Darüber hinaus sollten die Nägel
schonend behandelt und sorgfältig gepflegt werden.
Zehn Tipps zur richtigen
Nagelpflege und viele hilfreiche Informationen zur Gesundheit von Finger- und
Fußnägeln gibt die Broschüre „Gesunde Haare und Nägel“. Sie ist kostenlos und
kann bei der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. auf dem Postweg oder im
Internet angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-haareundnaegel.de.