Sonnenschutz und Vitamin D: Tipps für Klein und
Groß
Sonnenschutz für die Kleinsten ohne Kompromisse
Bonn, 10.06.15 Die Haut von Säuglingen reagiert auf UV-Strahlung besonders
empfindlich. Daher ist für sie die direkte Sonne tabu. Doch auch im Schatten
brauchen die Kleinen schützende Kleidung und für unbedeckte Hautpartien ein babygerechtes
Sonnenschutzmittel. Zur Vorbeugung eines Vitamin-D-Mangels empfehlen Ärzte in
den ersten ein bis zwei Lebensjahren ein Vitaminpräparat.
Sonnenbrände in der
Kindheit erhöhen maßgeblich das Risiko, im Laufe des Lebens an
Hautkrebs zu erkranken. Besonders empfindlich ist die Haut von Babys im ersten
Lebensjahr. Sie ist feuchtigkeitsarm, dünn und verfügt noch über keinerlei
Eigenschutzmechanismen, sodass die UV-Strahlen tiefer eindringen können als bei
älteren Kindern und Erwachsenen. Kinderärzte und Dermatologen sind sich daher
einig, dass Säuglinge bis Ende des ersten Lebensjahres der direkten Sonne nicht
ausgesetzt werden dürfen. Schützende Kleidung, ein Hütchen und eine
Sonnenbrille dürfen bei keinem Spaziergang fehlen. Unbedeckte Hautpartien wie
Gesicht, Ohren und Hände benötigen außerdem ein Sonnenschutzmittel mit einem
Lichtschutzfaktor von mindestens 30. „Die volle Schutzwirkung wird aber nur
dann erreicht, wenn das Sonnenschutzmittel in ausreichender Menge aufgetragen
wird“, bemerkt der Münchner Dermatologe Professor Dr. Dietrich Abeck. „Anders
als bei anderen Kosmetika gilt hier: besser zu dick als zu dünn.“ Am sichersten
ist eine Kombination aus physikalischen und chemischen UV-Filtern, die jeder
für sich nur in geringer Konzentration eingesetzt werden und zusammen eine
zuverlässige Schutzwirkung entfalten. Babygerechte Sonnenschutzmittel spenden
Feuchtigkeit, ziehen schnell ein und sind wasserfest, damit sie nicht in die
Augen laufen. Außerdem verzichten sie gänzlich auf Farbstoffe, Konservierungsmittel,
allergieverdächtige Duftstoffe und als kritisch eingestufte UV-Filter wie Octocrylene. Produkte mit dem DHA-Siegel erfüllen diese
Anforderungen.
Führt kompletter Sonnenschutz
zu Vitamin-D-Mangel?
Vitamin D ist ein Hormon, das
der Körper hauptsächlich selbst herstellt – und zwar mithilfe natürlicher
UV-Strahlung. Es spielt unter anderem eine wichtige Rolle bei der
Knochenbildung. Ein gewisses Maß an Sonne auf der unbedeckten Haut ist also für
einen ausgeglichenen Vitamin-D-Haushalt wichtig. Für Babys gilt dieses Gebot
allerdings nicht – zu groß ist die Gefahr langfristiger Hautschäden. Die
allgemeine Empfehlung1 lautet daher: Säuglinge und Kleinkinder bis
etwa zwei Jahren sollten zur Deckung des Vitamin-D-Bedarfs ein entsprechendes
Vitaminpräparat erhalten, am besten in Tablettenform. „Ältere Kinder können
ihren Vitamin-D-Bedarf im Sommer aktiv über die Haut decken", erklärt Abeck. Wie für Erwachsene gilt auch für Kinder die
Empfehlung des Bundesamts für Strahlenschutz1: Gesicht und Arme sollen
dreimal pro Woche bei hoher Sonnenintensität kurz ungeschützt der Sonne ausgesetzt
werden – und zwar für die Hälfte der Zeit, in der die Haut noch gerade ohne Schäden
davonkommt. „Für Kinder bis zu zehn Jahren ist eine Expositionszeit von drei
Minuten optimal, denn sie garantiert den Schutz vor Sonnenbrand und ist
gleichzeitig lang genug für eine ausreichende Vitamin-D-Bildung“, erklärt Abeck. Bei Teenagern und Erwachsenen ist der Hauttyp
entscheidend. So sollten zum Beispiel Blonde und Brünette mit heller Haut
(Hauttyp II2) maximal sechs bis sieben Minuten ungeschützt in der
Sonne bleiben. „In jedem Lebensalter gilt es, Sonnenbrände zu vermeiden, um Hautkrebs
und vorzeitige Hautalterung zu verhindern“, mahnt Abeck.
Umfangreiche
Informationen zum Thema „Haut und Sonne“, zum UV-Index, Hauttypen, Sonnenschutzmitteln
und zum richtigen Umgang mit der Sonne stellt die Deutsche Haut- und
Allergiehilfe auf der Internetseite bereit: www.dha-sonnenschutz.de.
(1)
Konsentierte Empfehlung zu UV-Strahlung und Vitamin
D, Bundesamt für Strahlenschutz, http://www.bfs.de/de/uv/uv2/wirkungen_uv_strahlung/akut/Konsentierte_Empfehlung.html
(2)
Eine Beschreibung der verschiedenen Hauttypen und
der maximal empfohlenen Sonnen-Expositionszeit ist u.a. hier zu finden: http://www.dha-sonnenschutz.de/sonnenschutz.html