Wohnung
als erholsamer Rückzugsort vor Allergien
Stoßlüften ist besser als gekippte Fenster
Bonn, 10.04.17 Die Pollenmenge in
der Luft steigt europaweit deutlich. In Städten wurden Zuwächse von bis zu drei
Prozent pro Jahr gemessen. Wissenschaftler vermuten den Klimawandel als wahrscheinlichste
Ursache. Die Folge ist eine deutliche Zunahme von Allergien. Hierzulande leidet
schon jeder Fünfte an einer Pollenallergie, und das immer früher im Jahr. Wer sich
nicht nur auf Tabletten verlassen möchte, sollte einige hilfreiche Alltagstipps
der Deutschen Haut- und Allergiehilfe beachten.
Neben medizinischen Vorsorgemaßnahmen gilt
für Allergiker die Regel, den Pollen so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen.
Pollenflugkalender und -vorhersagen helfen dabei. Außerdem ist ein zentraler
Punkt, auch die eigene Wohnung möglichst allergenfrei zu halten. „Mit ein paar
einfachen, aber wichtigen Maßnahmen können Allergiker ihre Wohnung als
erholsamen Rückzugsort erhalten“, so Erhard Hackler, geschäftsführender
Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA) in Bonn.
Einer aktuellen
Studie* zufolge ist das sogenannte Stoßlüften deutlich sinnvoller als ein
dauerhaftes Kippen der Fenster. So kann die Pollenkonzentration um zwei Drittel
reduziert werden. In ländlichen Gebieten sollten allerdings morgens zwischen
4.00 und 6.00 Uhr die Fenster geschlossen bleiben. Denn zu dieser Zeit herrscht
hier die höchste Pollendichte. Die beste Zeit zum Lüften ist abends. In der
Stadt ist es genau umgekehrt: Hier sollten Pollenallergiker die Fenster
frühmorgens zwischen 6.00 und 8.00 Uhr und immer mal wieder tagsüber zum
Stoßlüften öffnen.
Laut der Studie häufen sich auch Pollen im
Hausstaub an, sofern zu selten und nicht gründlich genug geputzt wird. Dies
geschieht sogar über die Pollensaison hinaus. Regelmäßiges Staubwischen ist
daher für Allergiker eine wichtige Maßnahme, um allergische Reaktionen zu
minimieren. Die bequemste Methode zur Reinigung von
Fußbodenbelägen und Teppichen ist das Staubsaugen. Gerade
beim Saugen und vor allem beim Staubbeutelwechsel wird jedoch viel Staub aufgewirbelt.
Deshalb empfehlen sich für die Reinigung von Böden und Polstern Staubsauger
mit Sprühdrucksystem. Die angesaugte Luft wird direkt in ein Wasserbad
geleitet: Milben, Pollen und Staub werden im Wasser gebunden und mit dem
Schmutzwasser entsorgt.
Empfehlenswert ist es, sich
abends außerhalb des Schlafzimmers zu entkleiden, da sich Pollen auch auf der Kleidung
absetzen. Die Haare sollten möglichst vor dem Zubettgehen gewaschen werden. So
können sich keine Pollen auf dem Kopfkissen ablagern. Frisch gewaschene
Wäsche sollte man am besten nicht draußen aufhängen, sonst setzen sich auch
hier Pollen fest.
Die wichtigsten Maßnahmen und Verhaltensregeln zur
Allergenvermeidung hat die DHA in der Broschüre „Allergene in der Wohnung
reduzieren“ zusammengestellt. Der kostenlose Ratgeber kann postalisch bei der
Deutschen Haut- und Allergiehilfe, Heilsbachstraße 32
in 53123 Bonn bestellt werden. Im Internet unter www.dha-allergene-reduzieren.de
*
A. Menzel, M. Matiu, Michaelis, S. Jochner:
Indoor birch pollen concentrations differ with ventilation scheme, room
location, and meteorological factors, Indoor Air 2016. DOI: 10.1111/ina.12351
Wissenschaftszentrum
Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt Technische Universität München; www.wzw.tum.de