Neurodermitisschübe durch Hausstaubmilben

Kleine Bettgenossen können Ekzeme auslösen

Bonn, 10.03.11 Neurodermitispatienten, die über Nacht Ekzeme entwickeln, reagieren möglicherweise auf Hausstaubmilben. Die Ausscheidungen der winzigen Spinnentierchen schlagen Allergikern nämlich nicht nur auf die Atemwege – sie können bei entsprechender Veranlagung auch Hautreaktionen auslösen.

Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die schubweise auftritt und mit Ekzemen und einem heftigen Juckreiz einhergeht. Typische Auslöser für die entzündlichen Hautveränderungen sind extreme Temperaturen, Stress, bestimmte Nahrungsmittel oder Kontaktallergene. Doch auch Atemwegsallergene wie Pollen oder Hausstaubmilben können Ekzemschübe provozieren. Denn die Hautbarriere – das natürliche Schutzschild gegen äußere Einflüsse – ist bei Neurodermitis gestört. Mögliche Allergieauslöser, wie sie beispielsweise im Kot der Hausstaubmilben enthalten sind, können dann leicht über die Haut in den Körper gelangen. „Wer für Bettwäsche und Matratze keine allergendichten Schutzbezüge verwendet, entwickelt durch den engen Kontakt mit den Ausscheidungen der Milben möglicherweise Ekzeme auf der Haut“, bemerkt Dr. Diamant Thaçi, Allergologe an der Universitätshautklinik Frankfurt/Main. Eine ausführliche Diagnostik beim Allergologen kann Aufschluss darüber geben, ob eine Allergie gegen Hausstaubmilben vorliegt und entsprechende Schutzmaßnahmen sinnvoll sind. Dazu gehören beispielsweise atmungsaktive allergendichte Bezüge (Encasings) für Matratze und Bettwäsche, häufiges Lüften und ein allergikerfreundlicher Bodenbelag in der Wohnung. Neueste Erkenntnisse weisen außerdem darauf hin, dass eine Hyposensibilisierung gegen Hausstaubmilben von Vorteil sein kann. Absolute Sicherheit vor Ekzemschüben gibt es jedoch nicht: „Neurodermitiskranke Haut weist immer Entzündungszeichen auf, auch in beschwerdefreien Zeiten“, erläutert Thaçi. Oftmals genügen eine belastende Alltagssituation oder ein kratzender Pullover, um einen Krankheitsschub auszulösen. „Neurodermitispatienten sollten daher ihre Haut täglich sorgfältig pflegen und Ekzemschübe in enger Zusammenarbeit mit dem Hautarzt konsequent behandeln.“

Wie zeitgemäße Behandlungskonzepte aussehen können, erklärt die Broschüre „Krankheitsbild und neue Behandlungsstrategien der Neurodermitis“, herausgegeben von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Der kostenfreie Patientenratgeber vermittelt Grundlagen zur Erkrankung, stellt medikamentöse sowie nicht-medikamentöse Therapien vor und gibt praktische Tipps für den Alltag mit Neurodermitis. Die Bestellung ist postalisch oder über das Internet möglich: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis.de.