Säuglingsernährung
Sicherheit
geht vor: Keine Muttermilch von privaten Börsen
Bonn, 03.11.14
Muttermilch ist die beste Nahrung für Babys. Auch die Deutsche Haut- und
Allergiehilfe e.V. (DHA) plädiert für das Stillen, weil es sich nicht nur in
vielerlei Hinsicht positiv auf die Entwicklung von Kindern auswirkt, sondern
auch bei allergiegefährdeten Kindern das Risiko für Asthma und Neurodermitis
senkt. Mütter, bei denen das Stillen nicht klappt oder deren Milch nicht
ausreicht, sollten auf wissenschaftlich geprüfte HA- Nahrung zurückgreifen. Von
gespendeter Muttermilch, die beispielsweise über private Milchbörsen im
Internet angeboten wird, rät die DHA ab.
Muttermilch ist die gesündeste Nahrung für
Säuglinge. Sie ist in ihrer Zusammensetzung optimal auf die Bedürfnisse des
Kindes abgestimmt und enthält alles, was der Säugling für eine gesunde
Entwicklung braucht. Darüber hinaus ist das Milcheiweiß in Muttermilch
arteigen, also menschliches Eiweiß, und löst daher keine Allergien aus. Somit
ist das Stillen gerade für Kinder mit erblicher Vorbelastung durch Allergien in
der Familie eine wichtige Maßnahme, um späteren allergischen Erkrankungen
vorzubeugen.
Muttermilch
um jeden Preis?
Dennoch sollte der Wunsch, seinem Kind
Muttermilch zu bieten, nicht auf Kosten der Sicherheit gehen. Mütter, deren
eigene Milch nicht ausreicht, sollten daher
auf keinen Fall gespendete Muttermilch von privaten Börsen beziehen.
Dieser zumeist über das Internet betriebene Service ist zwar gut gemeint, birgt
aber große Risiken1,2. Die Börsen arbeiten
auf Vertrauensbasis – eine Garantie für gesundheitlich unbedenkliche und
hygienisch einwandfreie Muttermilch gibt es nicht. „Wer nicht stillen kann oder
zu wenig Milch hat, sollte auf Nummer sicher gehen und auf moderne Säuglingsnahrung
zurückgreifen“, rät Erhard Hackler, Vorstand der DHA. „Diese kommt der
Muttermilch in ihrer Wirkung schon sehr nah. Für allergisch vorbelastete Kinder
ist hypoallergene Säuglingsnahrung (HA), die ihre
allergievorbeugende Wirkung in wissenschaftlichen Studien bewiesen hat, die
einzig sichere Alternative zur Muttermilch.“
Eine
gute und sichere Idee: Milchbanken an Kliniken
Ganz anders als bei den privaten Milchbörsen
stellt sich die Situation an Frauenmilchbanken dar, die von Kinderkliniken betrieben
werden. In Deutschland gibt es derzeit dreizehn solcher Abgabestellen für
Muttermilchspenden. Die gespendete Milch wird dort nach strengen Kriterien
ausgewählt und sorgfältig untersucht. Meist wird sie für kranke Babys oder
Frühchen verwendet, die in besonders hohem Maße von den wertvollen
Eigenschaften der Muttermilch profitieren. Frauen, die ihre überschüssige Milch
spenden möchten, sollten sich von ihrem Frauenarzt über die Möglichkeit der
Abgabe an eine Frauenmilchbank beraten lassen.
Ausführliche Informationen zum Einfluss der
Ernährung von Säuglingen auf das spätere Allergierisiko bietet die Deutsche
Haut- und Allergiehilfe e.V. im Internet unter www.dha-allergien-vorbeugen.de.
Die Adressen der in Deutschland etablierten Frauenmilchbanken finden
Interessierte unter www.europeanmilkbanking.com/germany.html.
Quellen:
1.
(1)
„Gesundheitliche Risiken des privaten Austauschs von Muttermilch“,
Stellungnahme der Nationalen Stillkommission vom 18. Februar 2014,
Bundesinstitut für Risikobewertung, www.bfr.bund.de
(2) „Muttermilch
per Online-Bestellung: Hohes Risiko für den Säugling“, 01.02.2014, Deutsche
Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin