Für richtigen Schutz: Sonnenschutzmittel
ausreichend dick auftragen
Für Zweijährige ein ganzer Esslöffel
Bonn, 03.07.12 Die meisten Eltern wissen, wie wichtig ein ausreichender
UV-Schutz für ihre Kleinen ist. Schatten, schützende Kleidung, Hut und Sonnenmilch
sind für sie selbstverständlich. Ein Fehler unterläuft vielen aber doch: Sie
gehen zu sparsam mit dem Sonnenschutzmittel um.
Hautcreme sollte eher dünn
aufgetragen werden, damit die Poren nicht verstopfen. Für Sonnenschutzmittel
gilt das Gegenteil. Nach dem Motto „Lieber zu viel als zu wenig“ sollten
Sonnencreme, -spray oder -lotion großzügig aufgetragen werden. „Nur dann können
sie die auf der Packung angegebene Schutzwirkung tatsächlich erreichen“,
erklärt der Hautarzt und Allergologe Professor Dr. Dietrich Abeck,
München. Der Lichtschutzfaktor eines Sonnenschutzmittels wird bei einer
Auftragsmenge von zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Hautoberfläche gemessen.
Das entspricht ungefähr einem Esslöffel für ein zweijähriges Kind und vier
Esslöffeln für einen Erwachsenen.
Rechtzeitig und auch an versteckten Stellen
„Mit der ausreichenden
Menge allein ist es allerdings nicht getan“, ergänzt Abeck.
„Ebenso wichtig ist es, sich rechtzeitig – nämlich bereits eine halbe Stunde
vor dem Sonnenbad einzucremen. Dabei dürfen auch schwer zugängliche
Körperpartien wie der Rücken oder versteckte Stellen wie die Ohren nicht zu
kurz kommen.“ Der richtige Lichtschutzfaktor richtet sich nach Hauttyp und
Sonneneinstrahlung. Bei Babys und jüngeren Kindern ist die Hornschicht noch
nicht vollständig ausgereift; ihre Haut bildet in der Sonne keine schützenden
Farbpigmente. Deshalb brauchen sie unabhängig vom Hauttyp einen sehr hohen
Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Der Sonnenschutz sollte wasserfest sein
und immer wieder erneuert werden, damit die volle Schutzwirkung erhalten
bleibt.
Was darf an Babys Haut?
Wie jede Babypflege sollte
auch ein Sonnenschutzmittel keine reizenden oder potenziell allergieauslösenden
Stoffe enthalten. Für Babys und Kinder mit besonders empfindlicher Haut gibt es
spezielle Sonnen-Babypflege mit sensitiven Rezepturen, ohne
Konservierungsstoffe und ohne Parfum. Etwas ältere Kinder, die sonst keine Lust
auf Sonnencreme haben, können oftmals mit einem milden farbigen Sonnenspray zum
Eincremen motiviert werden. Als UV-Filtersystem eignet sich am besten eine
Kombination aus chemischen und physikalischen Filtern, weil so für die gleiche
Schutzwirkung eine geringere Konzentration an Filterstoffen benötigt wird. Der
umstrittene chemische Filter Octocrylen sollte nicht
auf der Liste der Inhaltsstoffe stehen. Die darüber hinaus üblichen modernen
chemischen Filter sind hingegen auch für Babys unbedenklich. Sie sind sonnenstabil, dringen
nicht in tiefere Hautschichten ein und haben daher so gut wie kein allergenes
oder hautreizendes Potenzial. „Dennoch kann man gar nicht oft genug betonen,
dass Kinder unter einem Jahr überhaupt nicht der direkten Sonne ausgesetzt
werden dürfen. Für alle gilt: Schatten, Kleidung Hut sind der beste Schutz vor Sonnenbrand und
Hautkrebs“, so Abeck.
Umfangreiche Informationen
zum Thema Sonnenschutz und Babyhautpflege allgemein gibt es auf der
Internetseite der Deutschen Haut- und Allergiehilfe: www.dha-hautpflege.de
sowie in der Broschüre „Babys Haut gesund pflegen“. Bestelladresse: Deutsche
Haut- und Allergiehilfe e.V. (DHA), Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-hautpflege.de/infomaterial.html .