Experten entdecken Käseschmiere für die Babypflege
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Die beste Hautpflege bringen Babys gleich mit
Bonn, 02.11.16 Neugeborene bringen ihre persönliche Hautpflege selbst
mit: die Käseschmiere. Die gräuliche Schicht, von der die meisten Babys nach
der Entbindung überzogen sind, sollte keinesfalls entfernt werden. Hautexperten
empfehlen, sie stattdessen sanft einzumassieren. Denn sie schützt und pflegt
Babys unreife Haut wie kein anderes Pflegemittel.
Die Käse- oder
Fruchtschmiere, in der Fachsprache als Vernix caseosa bezeichnet, ist ein wahres Multitalent. Sie wird als
Talgdrüsensekret ab der 17. Schwangerschaftswoche gebildet, um die Haut des
Ungeborenen im Fruchtwasser vor dem Austrocknen zu schützen. Beim
Geburtsvorgang dient sie als Gleitmittel, nach der Geburt spendet sie der Haut
Feuchtigkeit und hält das Baby warm. Zu diesem Zeitpunkt enthält die
Käseschmiere neben Wasser und Fetten außerdem antibakteriell wirkende Enzyme,
die die Haut vor Infektionen schützen. Experten empfehlen, diese wertvollen
Eigenschaften zu nutzen: „Am besten ist es, das Neugeborene nur vorsichtig abzutrocknen
und von Blut zu befreien. Die Käseschmiere hingegen sollte vorsichtig
einmassiert werden und auf der Haut verbleiben, bis sie ganz eingezogen ist“,
rät der Münchner Dermatologe
Professor Dietrich Abeck.
Unterstützung von außen
Wenn die Nabelreste
nach einigen Tagen abgefallen sind, können Babys zum ersten Mal gebadet werden.
Nun braucht ihre dünne und empfindliche Haut Unterstützung von außen. Tägliches
Eincremen ist nach neuesten Erkenntnissen sinnvoll, vor allem für Babys, die
ein erhöhtes Risiko für Neurodermitis tragen. „Eine Creme oder Lotion, deren
Pflegeeigenschaften an das natürliche Vorbild Käseschmiere angelehnt sind, ist
gerade für die ganz junge Haut vorteilhaft“, erklärt Abeck. Ziel ist es, die
noch unreife Hautschutzbarriere des Kindes zu unterstützen, den Fett-Feuchtigkeitshaushalt
auszugleichen und die Haut vor Entzündungen zu schützen. Inhaltsstoffe auf rein
pflanzlicher Basis erfüllen diese Anforderungen besonders gut.
Babypflegeprodukte sollten daher auf Mineralöle verzichten und keine Konservierungsmittel,
Farbstoffe und allergieverdächtige Duftstoffe enthalten. Wer unsicher ist, kann
nach dem Siegel der Deutschen Haut- und Allergiehilfe Ausschau halten.
Weiterführende
Informationen zur Hautpflege von Babys und zum Umgang mit typischen
Hauterkrankungen bei Säuglingen enthält die Broschüre „Babys Haut gesund
pflegen“. Sie ist kostenfrei und kann übers Internet oder postalisch
angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-hautpflege.de.