Gekühlte Pflegelotion und weitere Tipps
Neurodermitis: Mit heiler Haut durch den Sommer
Bonn, 02.07.14 Im Sommer geht es vielen Neurodermitispatienten
besser: Leichte Kleidung, Meeresluft und Urlaubsstimmung lassen die Haut
aufatmen. Doch der Sommer hat auch seine Tücken: Zu viel Sonne, Hitze und
Chlorwasser strapazieren die Haut und können sogar einen Ekzemschub
auslösen. Mit ein paar praktischen Maßnahmen und der richtigen Hautpflege lässt
sich das meist verhindern.
Neurodermitiskranke Haut ist genetisch bedingt immer zu trocken.
Ihr fehlen wichtige Stoffe, die bei gesunder Haut für einen stabilen
Fett-Feuchtigkeitshaushalt sorgen. Im Sommer verschärft sich dieses Problem: Intensive
Sonnenbäder sowie ausgiebiges Duschen, Baden oder Schwimmen trocknen die Haut
zusätzlich aus und entziehen ihr Fett und Feuchtigkeit. Reize wie Chlorwasser,
ein Sonnenbrand oder Schweiß können bewirken, dass die Neurodermitis ausbricht.
Zweimal täglich und am besten
gekühlt
Um den Hautzustand stabil zu halten, sollten sich Neurodermitispatienten
zweimal täglich gründlich mit einer ausgleichenden Pflege eincremen. Damit sich
darunter kein Wärmestau bildet, eignet sich eine leichte Lotion besser als eine
Creme: Aufgrund des höheren Wasseranteils zieht sie schneller ein und kühlt
gleichzeitig die Haut. Wer die Lotion im Kühlschrank aufbewahrt, kann den
kühlenden Effekt noch verstärken und so dem Juckreiz entgegenwirken. Ideal sind
Lotionen, die speziell für neurodermitiskranke Haut entwickelt
worden sind und Bausteine enthalten, die der Haut anlagebedingt fehlen, wie
etwa den Feuchthaltespeicher Filaggrin und fettspendende
Ceramide.
Schwitzen vermeiden
Damit die Haut möglichst wenig schwitzt, ist lockere, atmungsaktive
Kleidung aus Seide, Mikrofasern, feinem Leinen oder glattem Baumwollgewebe ideal.
Vor allem an Kniekehlen und Rücken läuft schnell der Schweiß; Röcke oder
leichte Hosen sind daher besser geeignet als körperbetonte Leggings oder Jeans.
Taschen, Rucksäcke, Schmuck und Uhren sollten weder zu eng anliegen noch auf
der Haut scheuern.
Reizstoffe abduschen
Schweiß und Chlorwasser
reizen die Haut und können dazu führen, dass die Neurodermitis aufflammt. Nach
dem Sport oder Schwimmen im Pool ist daher eine kurze Dusche mit lauwarmem
Wasser genau das Richtige. Nach der Dusche sollte die Haut mit Fett- und Feuchtigkeitsbausteinen
versorgt werden. Ganz Eilige können das mit einer für Neurodermitis geeigneten
Waschlotion auch bereits beim Duschen erledigen.
Doppelt wichtig: Sonnenschutz
Ein wirksamer Sonnenschutz ist unerlässlich, um Hautkrebs und vorzeitige
Hautalterung zu vermeiden. Darüber hinaus kann jeder Sonnenbrand einen Ekzemschub provozieren. Am sichersten ist es, die
Mittagssonne zu meiden und sich möglichst im Schatten aufzuhalten. Wer
beruflich oder privat viel draußen ist, kommt dennoch um ein Sonnenschutzmittel
nicht herum. Dieses sollte für empfindliche und allergische Haut geeignet sein
und einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor aufweisen. Wichtig ist die
richtige Reihenfolge: Erst kommt die Basishautpflege, dann das
Sonnenschutzmittel.
Weitere praktische Tipps
und Informationen rund um die Neurodermitis enthält die Broschüre „Basispflege
und Therapie bei Neurodermitis“, herausgegeben von der Deutschen Haut- und
Allergiehilfe e.V. Der Patientenratgeber kann kostenfrei postalisch oder im
Internet angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis.de.