Schwimmkurs schadet Babyhaut nicht
Richtig eincremen schützt Hautbarriere
Bonn, 01.06.11 Babyschwimmen ist für die meisten Kinder eine wertvolle
Erfahrung. Viele Eltern sind allerdings besorgt, der Aufenthalt im Schwimmbad
könne der empfindlichen Babyhaut schaden. Eine aktuelle Studie an der Berliner Charité1 hat dies untersucht. Die wichtigsten Erkenntnisse: Babyschwimmen
schadet der Babyhaut nicht. Allerdings lohnt es sich, die Kleinen direkt nach
dem Schwimmen mit einer Babypflegelotion einzucremen.
Im ersten Lebensjahr ist
Babyhaut noch dünn und unausgereift. Schützende Hautfette werden noch nicht in
ausreichendem Maße gebildet, sodass die Haut schnell Feuchtigkeit verliert und
Schadstoffe leicht eindringen können. Aus diesem Grund finden viele Babyschwimmkurse
in Lehr- oder Therapiebädern statt, die häufig frisch aufgefüllt und daher nur
wenig gechlort werden. Wer dennoch unsicher ist, ob die zarte Babyhaut das
Schwimmen verträgt, kann sich nun auf die Ergebnisse einer Untersuchung
stützen, die am Zentrum für Haut- und Haarforschung1 der
Charité-Universitätsmedizin Berlin durchgeführt wurde: 44 Babys im Alter von
drei bis sechs Monaten nahmen einmal pro Woche an einem vierwöchigen
Schwimmkurs in einem Therapiebecken der Klinik
für Physikalische Medizin und Rehabilitation an der Charité teil. Eine
Gruppe wurde nach dem Schwimmen am ganzen Körper mit einer Babypflegelotion
eingecremt, die andere nicht. Der Wasserverlust über die Haut, die Menge an
Hautfetten, der pH-Wert und die Hauttrockenheit wurden vor, während und nach
Abschluss der Schwimmkurse untersucht. Das Ergebnis: Der Hautbefund aller
untersuchten Babys während und nach Abschluss des Schwimmkurses war
unauffällig. Der Säureschutzmantel und die Hautfette – und damit die schützende
Hautbarriere – blieben allerdings bei den Kindern stabiler, die jeweils nach
dem Schwimmen mit einer Babypflegelotion eingecremt wurden.
Pflegetipps für kleine Wasserratten
Nach dem Schwimmen sollten
die Eltern mit ihrem Baby unter die Dusche gehen, um das Chlorwasser abzuspülen.
Anschließend wickeln sie ihr Kind am besten in ein warmes Handtuch und tupfen
es trocken. Jetzt – und nicht erst zu Hause – ist der richtige Zeitpunkt für
das Eincremen. Denn direkt nach dem Schwimmen und Duschen sind die Poren noch
geöffnet, sodass die Pflegestoffe besonders gut einziehen können. Besonders
geeignet ist eine Pflegelotion, die pflanzliche Öle und hautberuhigende
Substanzen wie Kamille oder Calendula enthält, aber auf möglicherweise reizende
Bestandteile wie Farbstoffe und Konservierungsmittel verzichtet.
Weitere Pflegetipps sowie
Hintergrundinformationen zur Hautgesundheit bei Babys gibt die Broschüre „Babys
Haut gesund pflegen“. Der Ratgeber ist kostenlos und kann auf dem Postweg oder
im Internet angefordert werden. Bestelladresse: DHA e.V., Heilsbachstraße 32,
53123 Bonn, www.dha-hautpflege.de
Quelle:
Garcia Bartels N. et al.: Einfluss von Babyschwimmen
mit und ohne Anwendung einer Pflegelotion auf die Hautbarriere von Säuglingen
im Alter von 3–6 Monaten. Akzeptiert zur Publikation im:
Journal der Deutschen Dematologischen Gesellschaft
2011
1Clinical Research Center for
Hair and Skin Science, Charité-Universitätsmedizin
Berlin