Fünf
Prozent der Deutschen Insektengiftallergiker
Ein Notfall-Set kann Leben retten
Bonn, 25.08.03. Etwa drei Millionen Menschen
in Deutschland sind allergisch gegen Insektengift. Für sie ist ein Stich
von Wespe oder Biene nicht nur unangenehm und schmerzhaft, sondern unter
Umständen sogar lebensbedrohlich. Die Symptome einer Insektengiftallergie
sind vielfältig und reichen von einer starken Rötung und Schwellung an
der Einstichstelle über Hautquaddeln, Fließschnupfen, Atemnot, Übelkeit
und Erbrechen bis hin zum allergischen Schock. Mit einem speziellen „Notfall-Set“
können sich Betroffene vor der gefährlichen Komplikation schützen, so
die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. (DHA) in Bonn.
Wer an einer Insektengiftallergie leidet, merkt dies nicht gleich beim
ersten Stich, da es hier zunächst zur Sensibilisierung kommt. Erst der
zweite Stich kann durch die inzwischen gebildeten Antikörper eine allergischen
Reaktion hervorrufen. Eine schmerzhafte Rötung und Schwellung der Einstichstelle
über zwei bis drei Tage ist eine normale Reaktion auf einen Insektenstich.
Erst wenn die Hautveränderung über 5 cm im Durchmesser beträgt oder Allgemeinsymptome
des Körpers auftreten, besteht der Verdacht auf eine allergische Reaktion.
In diesem Fall sollte der Betroffene unbedingt einen Allergologen aufsuchen.
Stellt dieser eine Insektengiftallergie fest, kann eine so genannte Hyposensibilisierung
oder spezifische Immuntherapie durchgeführt werden. Diese Behandlungsmethode
ist in bis zu 95% der Fälle erfolgreich, so dass höchstens noch leichte
Symptome auftreten.
Zusätzliche Sicherheit gibt ein „Notfall-Set“, das Insektengiftallergiker
während der Sommermonate immer bei sich tragen sollten. Es enthält eine
Pinzette zum Entfernen des Stachels, ein inhalierbares Adrenalin sowie
Cortison und ein Antihistaminikum, beides möglichst in flüssiger Form
zur oralen Einnahme. Entsprechende Präparate wie zum Beispiel Betamethason
in flüssiger Form sowie Desloratadin als Sirup stehen im Handel zur Verfügung.
Der behandelnde Arzt verschreibt die betreffenden Präparate und erklärt,
wie diese im Notfall angewendet werden. Ein „Notfall-Set“ als solches
gibt es nicht, sondern es wird nach ärztlicher Verordnung in der Apotheke
zusammengestellt.
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