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Um Ihnen eine Hilfestellung bei der Wahl des für Ihre Haut geeigneten Pflegeprogramms zu geben, werden die grundlegenden Unterschiede, die es bei Hautreinigungs- und -pflegeprodukten zu beachten gilt, erläutert und Empfehlungen zur speziellen Pflege ausgesprochen.


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Schutz und Pflege trockener und empfindlicher Haut

Sonnenschutz: Wichtigste Maßnahme gegen Hautkrebs

Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung am stärksten. Aus gutem Grund halten die Südländer dann Siesta. Wir sollten es ihnen gleichtun und zur Mittagszeit die Sonne meiden.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 193.000 Menschen an Hautkrebs, 16.000 davon am Malignen Melanom. Mehr als 300.000 Menschen erkranken jährlich am hellen Hautkrebs, der damit zu den häufigsten Krebserkrankungen zählt. Als Hauptrisikofaktor zählt ultraviolette Strahlung aus natürlichen (Sonne) und künstlichen (Solarium) Quellen. Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Doch auch wenn es nicht zum Sonnenbrand kommt, kann die Haut durch ein Übermaß an UV-Strahlung langfristig Schaden nehmen.

Besonders gefährdet sind hellhäutige Menschen, aber auch Menschen mit dunklerem Teint sollten sich vor der Sonne schützen.

  Hauttypen

Erwachsene werden in die folgenden Hauttypen eingeteilt:

Hauttyp 1 sehr helle und empfindliche Haut, helle Augen, rotblondes Haar, Sommersprossen keine Bräunung, rasch Sonnenbrand
Hauttyp 2 helle und empfindliche Haut, helles Haar, oftmals Sommersprossen langsame Bräunung, oft Sonnenbrand
Hauttyp 3 mittelhelle Haut, braunes Haar, helle oder dunkle Augen langsame Bräunung, manchmal Sonnenbrand
Hauttyp 4 dunklerer Teint, wenig empfindlich, dunkelbraunes oder schwarzes Haar, dunkle Augen schnelle und intensive Bräunung, selten Sonnenbrand
Hauttyp 5 dunkle, wenig empfindliche Haut, schwarzes Haar, dunkle Augen selten Sonnenbrand
Hauttyp 6 schwarze, wenig empfindliche Haut, schwarzes Haar, dunkle oder schwarze Augen sehr selten Sonnenbrand

Kinder teilt man nicht in Risikogruppen ein. Sie sind alle gleichermaßen gefährdet, da die Eigenschutzmechanismen ihrer Haut noch nicht vollständig ausgereift sind.


Gerade beim Planschen und Schwimmen ist Sonnenschutz besonders wichtig, da durch die Reflexion des Wassers die Strahlungsintensität in und um Plansch- bzw. Schwimmbecken herum besonders intensiv ist.

Kinderhaut ist noch wenig pigmentiert und auch die sogenannte Lichtschwiele, eine natürliche Verdickung der äußersten Hautschicht, die durch vermehrte UV-B-Strahlung entsteht, ist noch nicht entwickelt. Deshalb können die UV-Strahlen nahezu ungehindert einwirken und das Zellgewebe schädigen. Erste Warnzeichen sind leichte Hautrötungen, der Beginn eines Sonnenbrands. Der heilt zwar, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen, nach ein paar Tagen wieder ab, der Schaden tief in der Haut aber bleibt und macht sich erst Jahre später bemerkbar. Nicht nur, dass der Alterungsprozess der Haut beschleunigt ist, sie an Elastizität verliert und Falten zeigt, sondern – was noch schwerer wiegt – das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, ist beträchtlich erhöht.

  Empfehlungen zum Schutz vor Sonnenbrand und Hautkrebs

Sorgen Sie deshalb unbedingt für ausreichenden Sonnenschutz, damit Sie und Ihr Kind keinen Sonnenbrand erleiden:

  • Schattenplatz: Vermeiden Sie die pralle Sonne. Babys dürfen bis zum Ende des ersten Lebensjahres überhaupt nicht der Sonne ausgesetzt werden. Wenn die Kinder älter werden und selbstständig im Sommer draußen spielen, sollten Sie dafür ein Schattenplätzchen aussuchen. Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung am stärksten. In dieser Zeit sollten Sie sich im Haus aufhalten.
  • Woran erkennt man Textilien mit hohem UV-Schutzfaktor?

    Durch den bloßen Augenschein lässt sich nicht beurteilen, wie gut ein textiles Material vor schädlicher UV-Strahlung schützt. Die führenden europäischen Anbieter lassen ihre Produkte nach dem UV-Standard 801 von neutralen Prüfinstituten unter Gebrauchsbedingungen untersuchen. Auf diese Weise ist eine realistische Beurteilung der UV-Schutzwirkung eines Textilprodukts möglich, die als UV Protection Factor auf dem Label ausgewiesen wird.

  • Sonnenkleidung: Schützen Sie die Haut durch geeignete Kleidung. Ein weißes T-Shirt oder Baumwollhemd hat einen UV-Schutzfaktor von 10 (UV-Protection-Factor (UPF) = 10). Das bedeutet, es lässt nur noch etwa ein Zehntel der UV-Strahlung durch. Deutlich effektiver sind spezielle UV-Schutztextilien mit UPF-Werten von 80. Diese Kleidung ist mit dem Prüfsiegel "UV-Standard 801" gekennzeichnet. Kinder sollten diese Kleidung auch beim Planschen und Baden tragen, da durch die Reflexion des Wassers die Strahlenintensität besonders hoch ist.
  • Kopfbedeckung: Ob Hut, Kappe oder Tuch – gehen Sie nicht ohne Kopfbedeckung in die Sonne. Wichtig ist, dass Krempe oder Schirm groß genug sind, um Gesicht und Nacken ausreichend abzudecken.
  • Sonnenbrille: Nicht nur die Haut, auch die empfindlichen Augen müssen geschützt werden. Das gilt auch für Kinder, denn die Pigmente, die dem Auge einen natürlichen Eigenschutz verleihen, sind ebenfalls noch nicht vollständig entwickelt, so dass die UV-Strahlen direkt auf die Netzhaut gelangen und schneller zu Entzündungen der Binde- und Hornhaut führen können. Davor schützen Kindersonnenbrillen mit UV-Filter.
  • Sonnencreme: Unbedeckte Körperstellen brauchen ein geeignetes Sonnenschutzmittel. Damit die Haut nicht während des Eincremens ungeschützt der Sonne ausgesetzt ist, sollte das Eincremen vor dem Aufenthalt im Freien erfolgen. Verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor und achten Sie darauf, dass sowohl UV-B- als auch UV-A-Strahlen gefiltert werden. Sonnenschutzmittel gibt es in verschiedenen Formulierungen, z. B. als Creme, Lotion, Spray oder Gel. Empfehlenswert für die eher trockene Kinderhaut sind feuchtigkeitsspendende Produkte. Sonnengele sind weniger geeignet, da sie die Haut leichter austrocknen. Wer hingegen zur sogenannten Mallorca-Akne neigt, ist mit fettfreien Hydrodispersionsgelen auf Wasserbasis gut beraten. Sie enthalten weder Fette noch Emulgatoren – die häufigsten Auslöser für die wohl bekannteste Form der Sonnenallergie. Juckende Bläschen und Quaddeln können so vermieden werden. Generell sollten die Sonnenschutzmittel auf Konservierungsmittel, künstliche Farb- und Duftstoffe sowie PEG-Emulgatoren verzichten und ggf. auf Basis pflanzlicher Öle hergestellt sein. Kinder und Wassersportler sollten ein wasserfestes Sonnenschutzmittel auftragen. Wichtig ist es, nicht allzu sparsam zu sein und weniger prominente Körperregionen nicht zu vergessen, wie beispielsweise Ohren und Füße. Auch die Lippen brauchen einen Sonnenschutz. Dafür gibt es spezielle Pflegestifte mit UV-Filter.

Wie wirken Sonnenschutzmittel?

Sonnenschutzmittel enthalten Substanzen, die die Wirkung der UV-Strahlung abschwächen. Man unterscheidet dabei zwischen chemischen (organischen) und physikalischen (mineralischen) Lichtschutzfiltern. In der Verordnung über kosmetische Mittel sind alle in Deutschland als gesundheitlich unbedenklich eingestuften zugelassenen UV-Filter aufgelistet.¹

Chemische Filter sind organische Verbindungen, die in der Lage sind, UV-Strahlung aufzunehmen und in andere Energieformen (z. B. Wärme) umzuwandeln. Je nach Zusammensetzung werden sowohl UV-B- als auch UV-A-Strahlen absorbiert. Wenn die Filtersubstanzen nach einigen Stunden "verbraucht" sind, verlieren die Sonnenschutzmittel ihre Wirksamkeit, d. h., es muss regelmäßig nachgecremt werden. Bei empfindlichen Menschen können die Abbauprodukte, die durch die Reaktion der Strahlung mit den Filtersubstanzen entstehen, allergische Reaktionen auslösen. In diesem Fall sind Sonnenschutzmittel mit rein physikalischen Filtern zu bevorzugen.

Physikalischer Lichtschutz beruht auf dem Prinzip der Reflexion. Den Sonnenschutzmitteln sind Partikel der Pigmente Titandioxid oder Zinkoxid beigefügt, die dafür sorgen, dass die Strahlen reflektiert oder gestreut werden und gar nicht erst in tiefere Hautschichten eindringen. Bei entsprechender Schichtdicke lässt sich so die UV-Strahlung nahezu komplett abblocken. Der Nachteil: Die Creme hinterlässt einen weißen Film auf der Haut. Um diesen "Weißeffekt" zu minimieren, werden winzig kleine sogenannte Nanopartikel verwendet. In vielen Bereichen gilt der Einsatz von Nanopartikeln als problematisch, weil man noch zu wenig über ihre Wirkung im menschlichen Organismus weiß. Die Verwendung von Nanopartikeln in Sonnenschutzmitteln wird vom Bundesamt für Risikobewertung für gesunde Haut als unbedenklich eingestuft, da die Partikel in den oberen Hautschichten verbleiben und nicht in den Organismus gelangen. Grundlage hierfür ist das Ergebnis des EU-weiten Studienprojektes NanoDerm mit 15 europäischen Forschungspartnern. Unter der Leitung der Universität Leipzig wurden Titandioxid und Zinkoxid in Nanoform untersucht².

Ob diese Ergebnisse auch auf die vorgeschädigte Haut übertragbar sind, etwa bei Neurodermitis, ist noch Gegenstand von Untersuchungen. Um sicherzugehen, sollten Menschen mit Hautläsionen und barrieregeschädigter Haut darauf achten, dass Titandioxid bzw. Zinkoxid in beschichteter Form vorliegen und so die Gefahr allergischer Reaktionen minimiert ist. Die Beschichtung von Zinkoxid-Nanopartikeln mit Silizium- oder Aluminiumoxid hat außerdem den Vorteil, dass sich die Nanopartikel zu größeren Aggregaten zusammenballen, die nicht in die unteren Hautschichten eindringen können³.

¹ http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/kosmetikv/gesamt.pdf. Aktuelle Ergänzungen unter http://www.juris.de/jportal/purl/gesetze/KosmetikV_!_3b.

² http://www.nano-sicherheit.de/dynasite.cfm?dsmid=10912

³ Stellungnahme Nr. 037/2010 des Bundesamtes für Risikobewertung BfR vom 18. Juni 2010

Weitere Informationen unter http://www.unserehaut.de