Die richtige Pflege unterstützt die Regeneration der Haut. Sie kann den Wasserverlust trockener Haut ausgleichen und den Hautzustand entscheidend verbessern.
Der kostenlose Ratgeber kann auch postalisch bei der DHA, Heilsbachstr. 32 in 53123 Bonn angefordert werden.
Hautpflege
Die Schutzhülle „Haut“ ist nur in begrenztem Maße strapazierbar. Klimatische Einflüsse, starke UV-Exposition, häufige Wasserkontakte oder auch Hautpeelings können die Oberhaut angreifen und die Hornschicht der Haut schädigen.
Gesunde Haut, die auf Dauer keinen gravierenden Umweltbelastungen ausgesetzt ist, ist meist in der Lage, sich selbst zu regenerieren. Bei empfindlicher Haut oder stark geschädigter Haut dauert der Reparaturvorgang sehr viel länger oder funktioniert ohne unterstützende Pflegemaßnahmen gar nicht.
Gesunde Haut zeichnet sich durch eine glatte Oberfläche aus. Sie ist geschmeidig und erscheint weder zu trocken noch zu fett. Wirkt die Haut hingegen trocken, spröde und rissig, so weist dies auf eine defekte Hautbarriere hin.
Ursachen für diesen Hautzustand können in Hauterkrankungen liegen. Aber auch durch Klimafaktoren wie Wind und starke Sonneneinstrahlung oder zu häufiges intensives Waschen kann der Wasser-Fett-Schutzmantel der Haut angegriffen und die Durchlässigkeit der Hautbarriere erhöht sein.
Neurodermitiker beispielsweise besitzen eine hochgradig gestörte Hautbarriere. Die Barrierelipide zwischen den Zellen der Hornschicht sind nicht in ausreichender Menge oder richtiger Zusammensetzung vorhanden. In erster Linie fehlen der neurodermitiskranken Haut die für die Hautfeuchtigkeit wichtigen hauteigenen Fettstoffe, die Ceramide. Diese haben die Aufgabe, Wasser in der Oberhaut zu speichern. Bei einem Mangel an Ceramiden kann die Haut nicht mehr ausreichend feucht gehalten werden. Sie trocknet aus, wird rissig, schuppt und beginnt zu jucken.
Zudem steht starke Hauttrockenheit mit einer verminderten Talgproduktion im Zusammenhang. Auch hierfür können Begleiterscheinungen von Erkrankungen verantwortlich sein. Aber auch eine erblich bedingte individuelle Hautbeschaffenheit sowie das Lebensalter spielen eine Rolle. So ist die Talgbildung zunächst bei Kleinkindern und später in Folge des normalen Alterungsprozesses der Haut bei älteren Menschen geringer als im Jugend- und Erwachsenenalter.

Bei stark trockener Haut steigen die Risiken für eine Sensibilisierung und allergische Reaktion sowie für Hautirritationen erheblich. Ist die schützende Hornschicht erst einmal durchlässig geworden, so können zum einen schädliche Substanzen leichter eindringen, zum anderen erhöht sich der Feuchtigkeitsverlust der Haut. Die Haut trocknet weiter aus und ist so empfindlich, dass selbst kleinste Reizungen zu einer Verschlechterung des Hautbildes führen können.
Es entsteht ein Kreislauf der empfindlichen gereizten Haut, der einen länger anhaltenden schlechten Hautzustand zur Folge haben kann.
Um einer dauerhaften Schädigung der Hautbarriere vorzubeugen, benötigt die Haut Hilfe. Die richtige Pflege unterstützt die Regeneration der Hautbarriere, kann Krankheitsschübe lindern oder sogar verhindern. Der Einsatz ungeeigneter Pflegeprodukte hingegen kann den Zustand der Haut verschlechtern und auch ursprünglich gesunde Haut belasten.
Angesichts der Fülle von verschiedenen Hautpflegeprodukten gestaltet sich die Wahl des richtigen Mittels oftmals schwierig. Verlangt der Hautzustand nach einer Lotion, Emulsion, Creme oder Salbe?
Sowohl bei Cremes als auch bei Salben handelt es sich um Emulsionen, die aus einem Fett-Öl-Anteil und einem Wasseranteil bestehen. Für die fettlöslichen Bestandteile gilt die Bezeichnung Ölphase (Ö), entsprechend für die wasserlöslichen Anteile die Bezeichnung Wasserphase (W). Emulgatoren sorgen dafür, dass diese beiden an sich nicht mischbaren Phasen eine Verbindung eingehen.

Wird Wasser in Öl gemischt, wobei der Ölanteil deutlich überwiegt, spricht man von einer Wasser-Öl-Emulsion oder Salbe. Im Gegensatz dazu wird bei der Öl-Wasser-Emulsion wenig Öl mit viel Wasser gebunden. Es entsteht eine Creme. Salben sind folglich sehr viel fetthaltiger als Cremes. Sie überziehen die Haut mit einem Fettfilm und sorgen dafür, dass kein Wasser über die Haut nach außen abgegeben werden kann. Die Haut wird vor Austrocknung geschützt, die raue, schuppige Haut wird wieder elastischer.
Bei vielen Hauterkrankungen, unter anderem bei Neurodermitis, hat sich die Intervalltherapie bewährt: Sobald es der Hautzustand erlaubt, wird die Behandlung mit wirkstoffhaltigen Präparaten unterbrochen beziehungsweise reduziert und durch eine konsequente Basispflege der Haut ersetzt. Auf diese Weise lässt sich die Gabe von Medikamenten reduzieren, die, über einen längeren Zeitraum angewandt, möglicherweise zu unerwünschten Nebenwirkungen führen würden.
In akuten Krankheitsphasen, bei ausgeprägten Ekzemen und bei entzündeter Haut sind Salben jedoch völlig ungeeignet. Über den normalen Wasserverlust der Haut wird unter anderem der Wärmeausgleich geregelt. Dieser wird durch den Salbenfilm auf der Haut allerdings blockiert, so dass unter der Fettschicht ein Wärmestau entstehen kann, der entzündungsfördernd wirkt. Deshalb sind in akuten Krankheitsphasen feuchtigkeitshaltige Cremes, die auf der kranken Haut meist als angenehm kühlend empfunden werden und die keine Verdunstungsbarriere bilden, die passenden Pflegeprodukte.