Zweimal täglich, möglichst pur und nicht zu dick
Hautpflege bei Neurodermitis
Bonn, 30.11.09 Die tägliche Hautpflege ist für Menschen mit
Neurodermitis keine Kosmetik, sondern Teil der Behandlung: Richtig
durchgeführt, trägt sie entscheidend dazu bei, die Hautstruktur zu verbessern,
den Juckreiz zu lindern und Entzündungen vorzubeugen. Dies ist vor allem im
Herbst und Winter wichtig, wenn Kälte und trockene Heizungsluft die Haut
zusätzlich belasten. Worauf es bei der Pflege der Neurodermitishaut
ankommt, erklärt eine Broschüre der Deutschen Haut- und Allergiehilfe.
Haut, die zur Neurodermitis
neigt, ist auch in beschwerdefreien Phasen nicht gesund. In der Hornschicht –
der äußeren Schicht der Oberhaut – fehlen wichtige Fette, um Feuchtigkeit zu
binden und die Haut elastisch zu halten. Dadurch ist die natürliche Barrierefunktion
der Haut in hohem Maße gestört: Die Haut ist extrem trocken und rissig,
entzündet sich leicht und juckt. Bereits kleinste Reizungen können einen
Ekzemschub auslösen, etwa ein kratzender Pullover, kalter Wind oder eine
Stress-Situation. Um das Risiko solcher Schübe zu verringern, sollten Neurodermitispatienten ihre Haut möglichst zweimal täglich
sorgfältig eincremen. Eine konsequente Basispflege kann die Neurodermitis zwar
nicht heilen, aber die Struktur der Haut verbessern und ihr mehr
Widerstandskraft verleihen.
Wie viel Fett braucht Neurodermitishaut?
Ob eine Fettcreme oder eine
Feuchtigkeit spendende Lotion das Richtige ist, hängt vom Hautzustand und dem
persönlichen Empfinden ab. Salben oder Cremes mit einem höheren Fettanteil sind
vor allem in der kühlen Jahreszeit geeignet, weil die Haut dann oftmals
besonders trocken ist und ein Plus an Fett vertragen kann. Während eines
Ekzemschubs können stark fetthaltige Salben allerdings einen Wärmestau
verursachen, der Juckreiz und Entzündungen zusätzlich fördert. Dann ist – ergänzend
zur Behandlung mit wirkstoffhaltigen Cremes – eine leichte Feuchtigkeitspflege sinnvoll.
Diese wirkt aufgrund des höheren Wasseranteils kühlend und hilft, den Juckreiz
zu lindern. In jedem Fall sollte die Pflege mit sauberen Fingern und nicht zu
dick aufgetragen werden, um keinen Nährboden für schädliche Keime auf der Haut
zu schaffen.
Babypflege auch für empfindliche Erwachsenenhaut geeignet
Unabhängig vom Fettgehalt
sind Pflegeprodukte auf rein pflanzlicher Basis empfehlenswert. Pflanzliche Öle
wie Sonnenblumenöl oder Sheabutter (Karitéöl) dringen
tief in die Oberhaut ein, versorgen sie mit essenziellen Fettsäuren und
gleichen den gestörten Feuchtigkeitshaushalt aus. Konservierungsstoffe,
künstliche Duftstoffe, Aromaöle und Farbstoffe haben ein Haut reizendes
Potenzial und sollten nicht auf der Liste der Inhaltsstoffe stehen. Vorsicht
ist auch bei einigen Zusatzstoffen mit vermeintlich positiver Wirkung geboten:
So führt etwa der Feuchtigkeitsspender Harnstoff bei sehr empfindlicher Haut mitunter
zu Irritationen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann beispielsweise auf Produkte
aus Babypflegeserien zurückgreifen. Diese sind in der Regel besonders mild und
enthalten nur wenige, dafür aber hochwertige Pflegestoffe. Einige
Pflegeprodukte, die durch eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit bei sehr
trockener und empfindlicher Haut überzeugen, sind mit dem DHA-Siegel
gekennzeichnet.
Weitere Informationen und
Pflegetipps enthält die Broschüre „Basispflege trockener und empfindlicher
Haut“. Sie ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Haut- und Allergiehilfe
e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-hautpflege.de. Im Internet steht die Broschüre auch
als Download zur Verfügung.