Hautpflege bei Babys

Gesunde Haut im Windelbereich

Bonn, 27.10.15 Fast jedes Wickelkind wird irgendwann einmal wund; etwa jedes dritte Baby entwickelt im Laufe der Zeit eine Windeldermatitis. Damit es nicht dazu kommt, gibt es beim Wickeln und bei der Reinigung und Pflege der Haut, aber auch in punkto Ernährung einiges zu beachten.

Die Haut an Babys Po hat besonders viel auszuhalten: In der feuchten Umgebung der Windel weicht sie auf, die Hautbarriere wird instabil und kann Fremdstoffen nicht mehr so gut standhalten. Aggressive Substanzen aus Urin und Stuhl haben so leichtes Spiel, Rötungen und Entzündungen hervorzurufen. Hinzu kommt, dass Enzyme aus dem Urin Harnstoff zu Ammoniak abbauen. Dieser reizt nicht nur die Haut, sondern erhöht auch den pH-Wert der Hautoberfläche und bringt dadurch die natürliche Besiedlung der Haut mit harmlosen Mikroorganismen aus dem Gleichgewicht. Schädliche Keime wie zum Beispiel Hefepilze können eindringen und eine schwere Form der Windeldermatitis hervorrufen.

Sauber und trocken halten, wenig reiben, Wundschutz auftragen

Damit die Haut in der Windelregion möglichst trocken bleibt, sollten Eltern ihr Baby alle zwei Stunden wickeln; wenn die Haut wund ist, zusätzlich einmal in der Nacht. Außerdem sollten sie ihr Kind so oft wie möglich ohne Windel strampeln lassen, damit Luft an die Haut kommt. Verschmutzungen müssen möglichst sofort gründlich entfernt werden. Das geht am besten mit einem hautfreundlichen Babyreinigungstuch oder einem frischen weichen Waschlappen und etwas Babyöl. Wichtig ist es, die Haut gut abzutrocknen und dabei die Hautfalten nicht zu vergessen. Experten empfehlen außerdem eine Baby-Wundschutzcreme mit pflanzlichen Ölen wie Sheabutter oder Sonnenblumenöl, die die Hautbarriere unterstützen und den Feuchtigkeitshaushalt der Haut verbessern. Hautberuhigende Substanzen wie Panthenol oder Calendula lindern Rötungen und Entzündungen. Die Wundschutzpflege sollte nur dünn aufgetragen werden, damit die Haut atmen kann. Babypuder gehört nicht mehr auf den Wickeltisch. Es kann zusammen mit Pflegeprodukten auf Cremebasis klumpen, zudem besteht die Gefahr, dass das Baby den Puder einatmet. Bei allen Reinigungs- und Pflegeschritten gilt: Tupfen ist besser als Reiben, denn auf wunder Haut tut jede Berührung weh.

Vorsicht mit scharfen Gewürzen und Zitrusfrüchten

Manche Babys reagieren mit Hautrötungen und Wundsein auf reizende Substanzen in der Muttermilch. Am besten verzichten stillende Mütter auf scharfe Gewürze und Zitrusfrüchte. Die Windeldermatitis kommt am häufigsten zwischen dem neunten und zwölften Lebensmonat vor – also dann, wenn Kinder bereits Beikost oder das Familienessen bekommen. Eltern können beobachten, auf welche Lebensmittel die Kleinen mit Hauterscheinungen reagieren. Klingen die Symptome nach drei bis vier Tagen nicht ab, muss der Kinderarzt eingeschaltet werden. Bei Pilzbefall – erkennbar an kleinen Knötchen, die zum Rand der Windelregion hin streuen können – muss dieser ein entsprechendes Anti-Pilz-Präparat verschreiben.

Weitere Informationen zu Hautpflege und Hauterkrankungen bei Babys enthält die Broschüre „Babys Haut gesund pflegen“, die kostenfrei übers Internet oder postalisch angefordert werden kann: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-hautpflege.de.

Quelle:

Prof. Dr. med. Dietrich Abeck: „Die Haut im Windelbereich – Prävention und Therapie der Windeldermatitis, Sonderdruck aus KINDERKRANKENSCHWESTER 34. Jg. (2015) Nr. 9