Neurodermitispatienten besonders oft betroffen

Damit Handekzeme nicht zum beruflichen Risiko werden

Bonn, 27.05.08 Hauterkrankungen sind die Nummer eins unter den berufsbedingten Krankheiten. Besonders problematisch sind Handekzeme, die durch häufigen Kontakt mit Wasser, Reinigungsmitteln oder reizenden Stoffen entstehen können. Sie müssen frühzeitig und mit den richtigen Maßnahmen behandelt werden – andernfalls können sie die Betroffenen so schwerwiegend einschränken, dass diese unter Umständen sogar ihre berufliche Tätigkeit aufgeben müssen.

 

Schätzungsweise sechs bis elf Prozent der Menschen, die ihre Hände berufsbedingt stark strapazieren, entwickeln früher oder später ein Handekzem. Besonders gefährdet sind Menschen mit Neurodermitis: Bei ihnen ist der natürliche Fett-Wasserhaushalt der Haut gestört; ihre Haut ist extrem trocken und oftmals bereits vorgeschädigt. Sie reagiert deshalb eher als gesunde Haut auf Belastungen wie ein ständig feuchtes Milieu oder den wiederholten Kontakt mit Haut reizenden Stoffen: Bläschen oder Schuppen, Hautrisse, schmerzhafte Entzündungen und Juckreiz sind die Folge.

 

Psychische Belastung, berufliches Risiko

Hautveränderungen an den Händen können die Betroffenen seelisch stark belasten. Vor allem diejenigen, die in ihrem Beruf öfter mit anderen Menschen in Kontakt kommen, stoßen hierbei leicht auf Ablehnung. Zur existenziellen Bedrohung können Handekzeme werden, wenn Entzündungen und Juckreiz die berufliche Tätigkeit zur Qual werden lassen - etwa weil die Betroffenen vor Schmerzen nicht richtig zufassen können. „Nicht immer lässt es sich vermeiden, dass der Betroffene den Arbeitsplatz wechseln oder sogar auf eine andere Tätigkeit umschulen muss“, so Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe in Bonn. „Doch zunächst sollten alle Maßnahmen zum Hautschutz und zur Behandlung ausgeschöpft werden. Auch für schwere Fälle gibt es Therapiemöglichkeiten“.

 

Was tun beim Handekzem?

Experten raten, bereits bei ersten Anzeichen für ein Handekzem den Hautarzt aufzusuchen, um zu verhindern, dass das Ekzem schwere Formen annimmt oder chronisch wird. In manchen Fällen genügt es, den auslösenden Stoff zu vermeiden – je nach Arbeitsplatz kann das zum Beispiel ein milderes Reinigungsmittel sein. Weitere Schutzmaßnahmen, wie das Tragen geeigneter Handschuhe und eine konsequente Hautpflege, können ebenfalls bewirken, dass sich das Ekzem zurückbildet. Ist dies nicht der Fall, so wird in der Regel mit kortisonhaltigen oder immunmodulierenden Salben behandelt. Als weitere Möglichkeit kann der Hautarzt die betroffenen Hautstellen mehrmals wöchentlich gezielt mit UV-Licht bestrahlen. Zusätzlich ist mitunter die Behandlung einer so genannten Superinfektion durch Bakterien oder Pilze notwendig, die sich auf entzündeter oder zerkratzter Haut leicht ansiedeln können. Bei besonders hartnäckigen atopischen Handekzemen, die auf eine örtliche Behandlung nicht ansprechen, ist eine zeitlich begrenzte innerliche Therapie mit immunmodulierenden Medikamenten wie etwa Ciclosporin (Immunosporin) sinnvoll. Studien haben gezeigt, dass eine sechswöchige Behandlung mit diesem Wirkstoff auch auf lange Sicht die Hautveränderungen und den unerträglichen Juckreiz deutlich verbessern kann.

 

Nähere Informationen zur innerlichen Therapie des atopischen Ekzems

enthält die Broschüre „Immuntherapie – Behandlung schwerer Psoriasis und Neurodermitis“. Sie ist kostenlos und kann bei der Deutschen Haut- und Allergiehilfe per Mail im PDF-Format bestellt werden. Bestelladresse: www.dha-immuntherapie.de, Menüpunkt „Service“