Zwang zur Mobilität erfordert bessere Allergieprävention
Bonn, 25.04.07 Mobilität kostet immer mehr Zeit:
Durchschnittlich
90 Minuten pro Tag verbringt jeder Berufstätige im
Auto. Gerade für Allergiker ist es daher wichtig, auf gesundheitsverträgliche
Materialien und effektive Luftfilter im Auto zu achten. Denn heftiges
Niesen und tränende Augen sind nicht nur lästig - im Straßenverkehr können sie auch zum
Sicherheitsrisiko werden.
Autofahrer,
die während der Fahrt eine Niesattacke erleiden, werden schnell zur Gefahr im
Straßenverkehr. Der Grund: Während der Fahrer ins Taschentuch niest, legt der
Wagen viele Meter im Blindflug zurück. Tränende Augen und Juckreiz oder indirekte
Krankheitsfolgen wie Müdigkeit und eingeschränktes Reaktionsvermögen
beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit oft zusätzlich. Wer an Allergien leidet,
hat daher ein bis zu 30 Prozent erhöhtes Risiko, im Straßenverkehr zu
verunglücken.
Gesundes
Klima schaffen
Die
Qualität der Innenraumluft ist ein wichtiges Kriterium für die Gesundheit von
Allergikern. Während das Problem zuhause aber meist erkannt wird, vergessen
Betroffene bei ihren Vorkehrungen häufig das eigene Auto. Dabei wächst der
Zwang zur Mobilität, sodass immer mehr Menschen immer mehr Zeit im Auto
verbringen. Geschlossene Fenster während der Fahrt und der Einbau von Staub-
und Pollenfilter helfen jedoch nur teilweise, die Belastungen zu senken. Denn
nicht nur Staub und Pollen bestimmen die Qualität der Innenraumluft, sondern
auch die verwendeten Materialien im Auto. „Um der Unfallursache Allergie am
Steuer vorzubeugen, müssen sich auch die Autohersteller stärker und gezielter engagieren
und einheitliche Standards zum Schutz der Allergiker einführen“, fordert Erhard
Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe
(DHA). Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei auf dem Verzicht chemischer
Substanzen liegen, die durch Hitze und UV-Strahlung aus Textilien und
Kunststoffen freigesetzt werden können. Zusätzlich sollten alle Materialien,
mit denen Autofahrer in direkten und längeren Hautkontakt kommen,
dermatologisch getestet sein - so zum Beispiel Lenkrad, Sitzbezüge und
Sicherheitsgurte. Noch gibt es aber kaum Autohersteller,
die diesem Thema ausreichend Aufmerksamkeit
schenken. Aus diesem Grund bereitet die DHA die
Vergabe eines Prüfsiegels für allergiefreundliche Autos vor.