Neue Broschüre informiert über chronisches Handekzem

Wenn Zugreifen zur Qual wird

Bonn, 17.02.10 Ob Händeschütteln oder Zugreifen: Was für die meisten Menschen selbstverständlich ist, kann für Patienten mit einem Handekzem zur Qual werden. Die typischen Entzündungen, Hautrisse und Bläschen an den Händen sind nicht nur schmerzhaft und von einem starken Juckreiz begleitet. Sie ziehen auch häufig argwöhnische Blicke auf sich oder lösen sogar Ekel aus. Wie es zu Handekzemen kommen kann, wie eine sinnvolle Diagnostik aussieht und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, verrät eine neue Broschüre der Deutschen Haut- und Allergiehilfe.

Untersuchungen zufolge leiden etwa zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland vorübergehend oder dauerhaft an einem Handekzem. In einigen Berufen, die den täglichen Umgang mit Wasser oder hautreizenden Substanzen erfordern, ist der Anteil der Betroffenen noch deutlich höher – beispielsweise unter Friseuren, Maurern oder im Bäckerhandwerk. Besonders gefährdet sind außerdem Menschen, die durch eine Neurodermitis vorbelastet sind. Die Ursachen und das Krankheitsbild des Handekzems sind vielfältig, jedoch handelt es sich stets um eine nicht ansteckende Entzündung der Haut, die vielfach mit Schmerzen und einem unerträglichen Juckreiz einhergeht. Bei starker Ausprägung können die Betroffenen nicht richtig zugreifen und sind in ihren alltäglichen Aktivitäten massiv eingeschränkt. Dies kann auch im Beruf zum Problem werden; viele Patienten mit einem chronischen Handekzem müssen langfristig ihr Tätigkeitsfeld wechseln oder sogar umschulen. Darüber hinaus belastet die Hauterkrankung die Psyche: Nicht selten reagieren Außenstehende mit Ablehnung und zögern, den Betroffenen die Hand zu geben.

Die neue DHA-Broschüre „Chronisches Handekzem“ soll Patienten helfen, ihre Hauterkrankung besser zu verstehen. Die Autoren, Dr. Sonja Molin und Professor Dr. Thomas Ruzicka von der Universitätshautklinik in München, erläutern auf leicht verständliche Weise die möglichen Ursachen für ein Handekzem, gehen auf sinnvolle Diagnoseschritte ein und stellen Maßnahmen zum Hautschutz vor. Darüber hinaus zeigen sie eine ganze Palette von Behandlungsmöglichkeiten auf; von der äußerlichen Behandlung mit Salben oder UV-Licht bis hin zur innerlichen Therapie mit Medikamenten in Tabletten- oder Kapselform. Eine Tabelle gibt Überblick über die wichtigsten Substanzen, die Handekzeme auslösen oder verstärken können. Zur weiterführenden Information sind relevante Internetadressen aufgelistet. Die Broschüre ist kostenlos und kann bei der Deutschen Haut- und Allergiehilfe bestellt werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-handekzem.de. Im Internet steht die Broschüre auch als Download zur Verfügung.