Neue Broschüre „Allergieprävention und Ernährung“

Die richtige Milch fürs allergiegefährdete Baby

Bonn, 16.11.09 Die Ernährung in den ersten Lebensmonaten spielt für Babys mit erhöhtem Allergierisiko eine entscheidende Rolle. Experten raten, erblich vorbelastete Kinder vier bis sechs Monate ausschließlich zu stillen. Ist dies nicht möglich, sollte eine geeignete hypoallergene (HA) Babynahrung gefüttert werden. Worauf es dabei ankommt, erläutert eine neue Broschüre der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V.

In Deutschland entwickeln 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung im Laufe der Kindheit oder Jugend eine Allergie. Bei familiärer Vorbelastung beträgt das Risiko für eine Allergikerkarriere sogar bis zu 80 Prozent. Das bedeutet jedoch nicht, dass Eltern dem erhöhten Allergierisiko ihres Kindes tatenlos gegenüberstehen müssen. Mit der richtigen Ernährung vom ersten Tag an können sie das Risiko mindern, dass ihr Kind eine Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergisches Asthma entwickelt.

In den ersten sechs Monaten am besten nur stillen

In den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ist die Darmschleimhaut von Babys noch besonders durchlässig, sodass potenziell Allergie auslösende Eiweißstoffe leicht passieren können. Die zuständigen Fachgesellschaften1 empfehlen, Säuglinge während dieser Zeit ausschließlich zu stillen – besonders bei familiärer Vorbelastung. Denn Muttermilch ist nicht nur aus ernährungsphysiologischer Sicht optimal zusammengesetzt. Sie kann auch von Natur aus keine Allergie auslösen, weil der kindliche Organismus das Eiweiß der Muttermilch als körpereigen betrachtet und somit keine Abwehrreaktion auslöst. Gleichwohl enthält sie aus der Nahrung der Mutter Spuren von Fremdeiweiß, die das noch unreife Abwehrsystem des Kindes auf sanfte Weise trainieren.

Hypoallergene Nahrung, wenn es mit dem Stillen nicht klappt

Mütter, die mit dem Stillen nicht zurechtkommen, müssen angesichts dieser Empfehlungen jedoch nicht verzweifeln. Moderne Babynahrungen kommen in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch sehr nahe und versorgen das Kind mit allem, was es für eine gesunde Entwicklung braucht. Für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko raten die Experten zu einer so genannten hypoallergenen (HA) Säuglingsnahrung, bei der das potenziell Allergie auslösende Eiweiß durch ein schonendes Verfahren teilweise in kleinere, unschädliche Bestandteile zerlegt wurde.

Warum die Ernährung gerade für allergiegefährdete Kinder so entscheidend ist, erklärt die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. in der neuen Broschüre  „Allergieprävention und Ernährung“. Thematisiert wird unter anderem, welche Kinder ein erhöhtes Allergierisiko haben, wie es zu einer Sensibilisierung durch Nahrungsmittelallergene kommen kann und warum Muttermilch den besten Allergieschutz darstellt. Die Broschüre ist kostenfrei und kann per Post oder im Internet angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn,
www.dha-allergien-vorbeugen.de. Im Internet steht die Broschüre auch als Download zur Verfügung.

1 Leitlinien zur Allergieprävention 2009 der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (DGAKI), Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA), Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA)