DHA-Broschüre mit aktualisierten Empfehlungen zur Babyhautpflege

Babys mit gutem Gewissen baden

Bonn, 14.05.10  Die meisten Babys haben Spaß beim Baden. Dennoch sind viele Eltern unsicher, ob das Planschen im Badewasser für die empfindliche Säuglingshaut das Richtige ist. Neue Pflegeempfehlungen von Expertenseite besagen: Baden tut auch den Kleinsten gut, wenn ein paar Regeln beachtet werden.

Babyhaut ist weich und zart, aber auch besonders empfindlich. Denn sie ist um ein Fünftel dünner als die Haut von Erwachsenen. Zudem befindet sie sich noch in einem Reifungsprozess, bei dem Säureschutzmantel, Hautbarriere, Wasserhaushalt und Wärmeregulation erst ausbalanciert werden1, 2. Doch was heißt das konkret für die Hautreinigung und -pflege? Vor allem beim Thema Baden herrscht vielfach Unsicherheit. Jetzt können die Eltern kleiner Wasserratten beruhigt aufatmen: Die Befürchtung, das Badewasser könne die empfindliche Babyhaut austrocknen oder Badezusätze den Reifungsprozess der Haut stören, ist mittlerweile entkräftet. Studien3 belegen, dass ein kurzes Bad zwei- bis dreimal pro Woche Babyhaut nicht schädigt. Im Gegenteil: Insbesondere für Babys Po ist das Baden den Studiendaten zufolge schonender als das Waschen mit dem Lappen. Klares Wasser oder Badezusatz: Beides ist für gesunde Babyhaut in Ordnung; bei sehr trockener Haut sind milde rückfettende Badezusätze jedoch sinnvoll. Diese sollten auf die Bedürfnisse der noch unreifen Babyhaut abgestimmt sein und möglichst wenige, aber umso hochwertigere Reinigungs- und Pflegestoffe auf pflanzlicher Basis enthalten. PEG-Emulgatoren, künstliche Duftstoffe, Aromaöle, Farbstoffe, synthetische Konservierungsmittel und Paraffine sind hingegen für die Haut sehr junger Babys weniger geeignet.   

Richtig baden, abtrocknen und cremen

Damit das Baden die Haut tatsächlich schont, gilt es ein paar Regeln zu beachten. So sollte das Badewasser auf 37 bis 38 Grad temperiert sein und die Badedauer höchstens fünf bis zehn Minuten betragen. Nach dem Baden sollten Eltern ihr Baby in ein weiches Tuch einwickeln und zügig, aber behutsam trocken tupfen. Dabei dürfen sie auf keinen Fall die Hautfalten vergessen, denn andernfalls kann die Haut an diesen Stellen wund werden. Anschließend darf eine milde Babypflegecreme aufgetragen werden, um das Baby mit einer sanften Massage zu verwöhnen und gleichzeitig den Feuchtigkeitshaushalt der Haut zu unterstützen. Die Sorge, das Eincremen könne der Hautreifung schaden oder den Fettgehalt der Babyhaut negativ beeinflussen, ist den Studienergebnissen3 zufolge unbegründet. Gleichwohl muss die Pflegecreme ausdrücklich für die empfindliche Babyhaut geeignet sein.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse zur Babypflege hat die Deutsche Haut- und Allergiehilfe die Broschüre „Babys Haut gesund pflegen“ aktualisiert. Neben den Besonderheiten der Babyhaut und Empfehlungen zur richtigen Reinigung und Pflege thematisiert der kostenlose Ratgeber auch typische Hautprobleme bei Säuglingen. „Babys Haut gesund pflegen“ ist kostenlos und kann auf dem Postweg oder im Internet angefordert werden. Bestelladresse: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-hautpflege.de.

Literatur:

1 Janeta Nikolovski, Georgios N. Stamatas, Nikiforos Kollias and Benjamin C. Wiegand, Barrier Function and Water-Holding and Transport Properties of Infant Stratum Corneum Are Different from Adult and Continue to Develop through the First Year of Life, Journal of Investigative Dermatology 128, 1728–1736, 2008

2 Georgios N. Stamatas, Ph.D.,* Janeta Nikolovski, Ph.D., Michael A. Luedtke, M.S., Nikiforos Kollias, Ph.D. and Benjamin C. Wiegand, Ph.D. Infant Skin Microstructure Assessed In Vivo Differs from Adult Skin in Organization and at the Cellular Level, Pediatric Dermatology 1–7, 2009

3 Blume-Peytavi U. et al.: Bathing and cleansing in newborns from day 1 to first year of life: recommendations from a European round table meeting. J Eur Acad Dermatol. 23 (7), 751–759, 2009.