Säuglingsernährung bei erhöhtem Allergierisiko

DHA-Umfrage zeigt: Auf den Nachweis kommt es an

Bonn, 12.12.13 Die meisten Eltern, deren Babys ein erhöhtes Allergierisiko tragen, setzen in punkto Säuglingsernährung auf Sicherheit. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Haut- und Allergiehilfe unter Familien mit einer Allergiegeschichte. Unter den abgefragten Auswahlkriterien für Säuglingsnahrung steht der wissenschaftliche Nachweis der allergieschützenden Wirkung ganz oben. Besonderen Wert legt ein Großteil der Familien zudem auf die Ernährungsempfehlung von Kinderarzt oder Hebamme.

199 Allergikerfamilien nahmen an der Umfrage teil. Sie wurden unter anderem gebeten anzugeben, worauf sie bei Säuglingsnahrung besonderen Wert legen – ob als Alternative zum Stillen, als Ergänzung zur Muttermilch oder nach dem Abstillen. Der mit Abstand am häufigsten genannte Punkt ist eine allergievorbeugende Wirkung, die durch wissenschaftliche Studien belegt ist; 42 Prozent der Teilnehmer erachten dies als besonders wichtig. Deutlich seltener wurden andere Aspekte genannt: Zehn Prozent der befragten Familien wünschen, dass die Nahrung besonders leicht verdaulich ist; für jeweils vier Prozent sind wachstumsfördernde Zusätze, ein reduzierter Eiweißgehalt und ein günstiger Preis von Bedeutung. „Erfreulich vielen Eltern ist offensichtlich bewusst, dass die Ernährung allergiegefährdeter Säuglinge über die Entwicklung einer Allergie in hohem Maße mitentscheidet“, bemerkt Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. „Mütter, die im entscheidenden Zeitfenster der ersten vier Monate nicht voll stillen können, möchten diesem Ergebnis zufolge ihrem Kind dennoch den größtmöglichen Allergieschutz bieten.“ Es ist durchaus berechtigt, sich in Sachen Allergieschutz nicht allein auf Werbeversprechen zu verlassen, sondern auf einen wissenschaftlichen Beleg zu achten.

Studien[1] haben gezeigt, dass nicht jede hypoallergene Nahrung gleich gut Allergien vorbeugen kann. Das Verfahren, mit dem das Milcheiweiß in kleine Bausteine zerlegt wurde, entscheidet mit über die Wirksamkeit. Hackler rät: „Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten sich Eltern von ihrem Kinderarzt oder ihrer Hebamme beraten lassen.“ Dem kommen der DHA-Umfrage zufolge bereits viele Familien nach: Jeweils 42 Prozent der Umfrageteilnehmer richten sich nach der Ernährungsempfehlung von Kinderarzt oder Hebamme. Zum Vergleich: Ein Viertel der jungen Eltern nimmt den Rat von Familie oder Freunden an; 13 Prozent vertrauen den Empfehlungen aus dem Internet.

Wie Ernährung und Allergierisiko eines Säuglings zusammenhängen, warum bereits ein Fläschchen normaler Säuglingsnahrung eine Sensibilisierung gegen Milcheiweiß auslösen kann und worauf Eltern bei der Ernährung ihres allergiegefährdeten Kindes außerdem achten sollten, erklärt die Broschüre „Allergieprävention und Ernährung“. Der Ratgeber kann kostenfrei auf dem Postweg oder im Internet angefordert werden. Bestelladresse: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-allergien-vorbeugen.de

 



[1] Berg A von et al: Preventive Effect of hydrolysed infant formulas persists until age 6 years: Long-term results from the German Infant Nutritional Intervention Study (GINI); Journal of Allergy and Clinical Immunology, Volume 121, 2008