30 Jahre Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. - Fundierte Information und kompetente Beratung

Allergiker sind in Deutschland unterversorgt

Bonn, 05.03.2014  Für viele Menschen ist es jedes Jahr die gleiche Quälerei: Die Nase läuft, die Augen tränen, die Schleimhäute schwellen an – Heuschnupfen sucht Millionen heim, wenn die Pollen fliegen. In Deutschland ist er die häufigste Form der Allergie; die am schlimmsten Geplagten leiden mehr als sechs Monate im Jahr. Bei anderen lösen Tierhaare oder Hausstaubmilben schwere Asthmaanfälle aus. Allergische Reaktionen können von Hautausschlägen bis hin zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock reichen. Die Zunahme von Allergien und Hauterkrankungen war bereits Mitte der 1980er Jahre alarmierend. Die in Bonn gegründete Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. (DHA) setzt sich seit nunmehr 30 Jahren erfolgreich für die Belange von Menschen mit chronischen Hauterkrankungen und Allergien ein.

Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der DHA, geht davon aus, dass mittlerweile jeder Vierte von einer überschießenden Immunreaktion auf eigentlich harmlose Stoffe betroffen ist. Auch chronische Hauterkrankungen wie die Neurodermitis oder die Psoriasis nehmen stetig zu. „Allergien und chronische Hauterkrankungen haben sich zu ernsten Volkskrankheiten entwickelt“, so Hackler: „Doch trotz ihrer dramatischen Zunahme und des teilweise immensen Leidensdrucks sind Allergiker in Deutschland medizinisch völlig unterversorgt!“ Das bestätigt auch eine Studie* des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen: Trotz immenser Zunahme an Allergikern und Asthmatikern, verringern sich die Behandlungen der Betroffenen deutlich. So schrumpfte die Zahl der Patienten bei beiden Krankheitsbildern um insgesamt 13 Prozent. Praxen rechneten allergologische Behandlungen bei Asthma zu rund 27 Prozent weniger ab, bei Heuschnupfen gab es sogar einen Rückgang um 31 Prozent.

Zum einen werden Allergien schlichtweg bagatellisiert und als weiteren Grund sieht Hackler das Abrechnungssystem, das Medizinern die Behandlung von Allergien nicht adäquat vergütet. „Was hier kurzfristig im Gesundheitssystem eingespart wird, muss langfristig mit einer deutlichen Zunahme an chronischen Erkrankungen bezahlt werden", beklagt er.

Die umfassende Patienteninformation und -aufklärung ist ein Schwerpunkt in der Arbeit der gemeinnützigen Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Die Intention: Gut informierte Patienten profitieren in vielerlei Hinsicht: Sie können ihre Krankheitssituation besser einschätzen, wissen, was sie selbst dazu beitragen können, um den Krankheitsverlauf zu beeinflussen und arbeiten intensiver mit Arzt und Therapeuten zusammen. All dies sind beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung und mehr Lebensqualität.

Die Patienteninformationsbroschüren der DHA bereiten einzelne Themen, zum Beispiel Neurodermitis oder chronisches Handekzem, Allergieprävention und Hautpflege auf und beschreiben Hintergründe und Behandlungsmöglichkeiten. Alle Broschüren können kostenfrei beim Verband angefordert werden. „Das Engagement der DHA ist, angesichts der aktuellen Gesundheitsversorgung in Deutschland und des leider stetig wachsenden Kreises von Betroffenen, heute dringlicher denn je“, so Hackler.

Aktueller Ratgeber „Allergene in der Wohnung reduzieren“
Die meisten Allergiker fühlen sich in den eigenen vier Wänden am wohlsten. Doch gerade zu Hause, wo man Ruhe und Entspannung sucht, können potenzielle Allergene wie Milben, Schimmelpilze und Tierhaare die Gesundheit belasten. Schätzungsweise acht bis zwölf Millionen Bundesbürger reagieren mittlerweile allergisch auf Hausstaub – Tendenz steigend. Die DHA möchte mit der aktualisierten Broschüre „Allergene in der Wohnung reduzieren“ über allergene Gefahren im Haushalt aufklären und zeigen, wie man sich am besten schützt. Bestelladresse: Deutsche Haut- und Allergiehilfe, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. Weitere Informationen unter www.dha-allergene-reduzieren.de

* Quellenhinweis: Versorgungsstudie zu Allergien, Ärzteverband Deutscher Allergologen, www.aeda.de