Neurodermitis bei Schulkindern
Ständiger Juckreiz stört beim Lernen
Bonn, 03.09.09 In Deutschland erkranken Studien zufolge 8 bis 16 Prozent
aller Kinder bis zur Einschulung an Neurodermitis. Charakteristisch für
diese chronisch-entzündliche
Hauterkrankung ist ein starker Juckreiz, der vor allem während eines
Krankheitsschubes zu heftigen Kratzattacken, Unruhe und Schlafstörungen führen
kann. Für die betroffenen Kinder ist es oftmals schwer, sich im Schulalltag zu
konzentrieren.
Neurodermitis ist keine
bedrohliche Erkrankung. Dennoch empfinden viele Patienten auf Grund der ständig
wiederkehrenden Krankheitsschübe und des quälenden Juckreizes einen hohen
Leidensdruck. Um die Symptome so gut wie möglich in den Griff zu bekommen, ist
ein konsequentes Hautmanagement gefragt, das neben einer guten ärztlichen
Betreuung auch viel Durchhaltevermögen erfordert. „Kinder bedürfen dabei der
uneingeschränkten Unterstützung ihrer Familie und einer guten Portion
Verständnis“, so Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe
e.V. „Lehrer und Mitschüler können dazu beitragen, Stress und Ängste abzubauen,
die Ekzemschübe verstärken oder sogar auslösen
können.“ So ist es beispielsweise wichtig, die betroffenen Kinder nicht zu
tadeln, wenn sie unruhig sind oder übermüdet in die Schule kommen. „Eltern neurodermitiskranker Kinder sollten deshalb frühzeitig das
Gespräch mit den Lehrern suchen und sie auf die Problematik der Neurodermitis
aufmerksam machen. Außerdem kann es hilfreich sein, wenn der Lehrer mit den
Mitschülern über die Erkrankung spricht und ihnen beispielsweise erklärt, dass
der Juckreiz nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat und dass die Ekzeme nicht
ansteckend sind.“
Teufelskreis Juckreiz
Bei Schulkindern treten im
Fall eines Krankheitsschubes Ekzeme vor allem im Bereich der Kniekehlen,
Ellenbogen und Handgelenke auf. Diese können derart jucken, dass die Kinder
sich regelrecht blutig kratzen und ihre Haut damit auf Dauer schädigen. Weitere
Juckreizattacken sind die Folge – ein Teufelskreis beginnt. Um diesen zu
durchbrechen, gilt es, das Aufkratzen der Haut zu vermeiden, die Ekzeme wirksam
zu behandeln und die gestörte Hautfunktion langfristig zu stabilisieren. Nach
neuesten Erkenntnissen sollten die betroffenen Stellen nach Abklingen der
äußerlich erkennbaren Symptome für eine gewisse Zeit weiterbehandelt werden, um
auch minimale, nicht sichtbare Entzündungen zu bekämpfen und die Gefahr eines
erneuten Aufflammens des Ekzems zu senken.
Wie eine solche proaktive
Behandlungsweise genau abläuft, was Neurodermitispatienten
bei der täglichen Hautpflege beachten sollten und welche nicht-medikamentösen
Maßnahmen die Therapie unterstützen können, erläutert eine neue Broschüre der
Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. Als praktische Hilfe ist eine Liste mit Tipps
zum Umgang mit dem Juckreiz integriert. Die Broschüre „Krankheitsbild und neue
Behandlungsstrategien der Neurodermitis“ ist kostenlos und kann auf dem Postweg
oder im Internet bestellt werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis.de. Die
Broschüre steht auch als Download zur Verfügung.