Für Babys mit erhöhtem Allergierisiko:
Stillen oder HA Nahrung, aber keine Soja- oder
Ziegenmilch
Bonn, 02.06.10 Babys, die durch Allergien in der Familie erblich
vorbelastet sind, sollten in den ersten Lebensmonaten nur Muttermilch trinken.
Gibt es beim Stillen Probleme, empfehlen Experten eine hypoallergene
(HA) Babynahrung. Milchnahrung auf Sojabasis oder Ziegenmilch eignen sich
hingegen nicht zur Ernährung von Kindern mit erhöhtem Allergierisiko.
Rund 25 bis 30 Prozent der
Menschen in Deutschland entwickeln im Kindes- oder Jugendalter eine Allergie.
Babys aus allergisch vorbelasteten Familien durchlaufen sogar mit einer
Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent eine Karriere als Allergiker. Eine angepasste
Ernährung im ersten Lebensjahr kann dieses Risiko mindern. Säuglinge mit
erhöhtem Allergierisiko sollten daher mindestens vier Monate lang
ausschließlich gestillt werden – so die Empfehlung der medizinischen
Fachgesellschaften für Kinderheilkunde und Allergologie1. Der
kindliche Organismus erkennt Muttermilch als körpereigen und entwickelt daher
keine Allergie gegen das mütterliche Milcheiweiß. Doch was tun, wenn es mit dem
Stillen nicht klappt oder das Baby nicht ausreichend satt wird? In diesem Fall
empfehlen die Experten eine hypoallergene (HA) Säuglingsnahrung.
Diese orientiert sich in ihrer Zusammensetzung an der Muttermilch und versorgt
das Baby optimal mit allen notwendigen Nährstoffen. Darüber hinaus können
Eltern bei studiengeprüfter HA Nahrung sicher sein, dass sie tatsächlich das
Allergierisiko bei erblich vorbelasteten Kindern senken kann2. „Von
anderen Alternativen zum Stillen, beispielsweise Sojanahrung, raten die
Fachleute ab“, so Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Haut- und
Allergiehilfe e.V. in Bonn. „Bislang konnte keine Sojamilchnahrung einen
Allergie vorbeugenden Effekt vorweisen1. Darüber hinaus gilt Soja
selbst als potentieller Allergieauslöser und ist somit gerade für Risikokinder
keine sinnvolle Alternative zur Kuhmilchnahrung.“ Ebenso bleiben andere
Tiermilchnahrungen wie etwa von Ziege, Schaf oder Stute bislang den Beweis für
eine allergiepräventive Wirkung schuldig. Für die Ernährung von Babys mit
erhöhtem Allergierisiko sind sie daher ungeeignet1.
Weitere Informationen
bietet die Broschüre „Allergieprävention und Ernährung“, erhältlich bei der
Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. Sie richtet sich besonders an werdende
und junge Eltern und kann im Internet oder auf dem Postweg kostenlos
angefordert werden. Bestelladresse: Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA)
e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-allergien-vorbeugen.de.
1 Leitlinien zur
Allergieprävention 2009 der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Deutsche Gesellschaft für Allergologie
und Immunologie (DGAKI), Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA), Deutsche
Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Deutsche Dermatologische
Gesellschaft (DDG), Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (GPA);
Infos unter http://leitlinien.net/
bzw.
http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/061-016.htm
2 Berg A von et al: Preventive Effect of
hydrolysed infant formulas persists until age 6 years: Long-term results from
the German Infant Nutritional Intervention Study (GINI); Journal of Allergy and
Clinical Immunology, Volume 121, 2008