Neurodermitis: Im Winter kommt es oft zu Ekzemschüben

Draußen kalt, drinnen überheizt: Das schadet der Haut

Bonn, 02.02.10 Menschen mit Neurodermitis leiden im Winter ganz besonders. Vor allem der Wechsel zwischen kaltem Wind und überheizten Räumen lässt bei vielen Betroffenen die typischen Ekzeme aufblühen. Um auch mit Neurodermitis möglichst beschwerdefrei durch den Winter zu kommen, gilt es einiges zu beachten.

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die durch eine extrem trockene und empfindliche Haut gekennzeichnet ist. Immer wieder kommt es zur Ausbildung von Ekzemen – entzündeten Hautstellen, die unerträglich jucken können. Was solche Ekzemschübe provoziert, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Sehr verbreitet ist jedoch eine Zunahme der Beschwerden während der Heizperiode. Kalter Wind und Heizungsluft entziehen der ohnehin trockenen Haut zusätzlich Feuchtigkeit und machen sie noch empfindlicher gegen Reize wie einen kratzenden Wollschal, Stress oder eine ungeeignete Körpercreme. Als besonders unangenehm empfinden viele Betroffene den Temperaturwechsel, wenn sie beispielsweise vom kalten Bahnsteig in eine überheizte Straßenbahn steigen und zu schwitzen beginnen. Der Körperschweiß kann die Hautsymptome verstärken oder sogar Ekzeme auslösen. Ein weiteres Problem sind schlecht gelüftete Räume: Sie sind ein Paradies für Hausstaubmilben und können bei Patienten, die gleichzeitig an einer Hausstauballergie leiden, zu Hautreaktionen führen.

Schwitzen vermeiden

Um den Wechsel zwischen kalt und warm ohne Schweißausbrüche zu überstehen, ist die richtige Kleidung entscheidend. „Der altbewährte Zwiebellook ist hier das Mittel der Wahl“, so Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. „Mit mehreren dünnen Kleidungsschichten übereinander lassen sich Temperaturunterschiede leichter ausgleichen als mit einem dicken Pullover.“ Darüber hinaus spielt das Material der Kleidung eine Rolle. Sie sollte aus atmungsaktiven Materialien mit glatter Oberfläche wie Viskose, Baumwolle oder modernen Mischgeweben bestehen. Das gilt auch für Schals oder Strümpfe, denn viele Betroffene sind am Hals oder an den Beinen besonders empfindlich.

Lüften und Cremen

Neben der richtigen Kleidung ist bei Neurodermitis alles gut, was die Haut feucht hält. Dazu gehört beispielsweise eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen, wie sie durch regelmäßige Stoßlüftung und eine Schale mit Wasser auf dem Heizkörper erreicht werden kann. Ferner ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Darüber hinaus sollten Patienten ihre tägliche Hautpflege der Witterung anpassen. Bei kaltem Wetter ist eine reichhaltige Pflege mit höherem Fettanteil sinnvoll. Das zusätzliche Fett hilft der Haut, ihre gestörte Barrierefunktion auszugleichen, Feuchtigkeit besser zu speichern und dadurch mehr Widerstandskraft zu entwickeln. Darüber hinaus sollten bestehende Ekzeme mit einer wirkstoffhaltigen Creme behandelt werden. Studien haben gezeigt, dass neue Ekzemschübe verhindert, zumindest aber deutlich hinausgezögert werden können, wenn die Patienten die betroffenen Hautstellen auch nach dem Abklingen der sichtbaren Symptome für eine Weile in niedriger Dosierung weiterbehandeln.

Weitere Informationen gibt es bei der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-neurodermitis.de. Dort ist auch die kostenfreie Broschüre „Krankheitsbild und neue Behandlungsstrategien der Neurodermitis“ erhältlich.