Qualität statt Quantität: Empfindliche Haut richtig
pflegen
Bonn, 01.09.11
Empfindliche Haut verzeiht keine Pflegefehler. Wenn
nach dem Haare waschen die Kopfhaut
juckt oder die neue Körperlotion auf der Haut brennt, kann das verschiedene Ursachen haben, zum
Beispiel bestimmte Konservierungs- oder
Duftstoffe. Sensible Haut braucht eine Pflege, die ohne diese Zusätze auskommt
und stattdessen auf wenige, besonders ausgesuchte Inhaltsstoffe setzt.
Bis zu 50 Prozent der
Frauen in Deutschland schätzen ihre Haut als empfindlich ein: Nach dem Reinigen
ist ihre Haut gerötet oder fleckig, sie verträgt viele Kosmetikprodukte nicht
und reagiert auf äußere Reize wie Sonne oder kalten Wind mit Rötungen oder
Ekzemen. Der Grund für die geringe Belastbarkeit der Haut ist eine gestörte
Hautbarriere: Ist dieses Bollwerk aus Hornzellen und hauteigenen Fetten
brüchig, wird Wasser nicht in ausreichendem Maße gespeichert und Schadstoffe
können leicht eindringen. Pflegeprodukte für die empfindliche Haut müssen daher
drei Eigenschaften besitzen: Sie sollten die Hautbarriere stabilisieren,
Hautreizungen lindern und selbst keine unerwünschten Hautreaktionen auslösen.
Das funktioniert am besten mit einer puren Pflege aus wenigen, ausgesuchten
Inhaltsstoffen.
Verträglichkeit wird an gesunder, nicht an empfindlicher Haut getestet
Alle Bestandteile von
Hautreinigungs- und Pflegeprodukten in Deutschland müssen ihre
Hautverträglichkeit nachgewiesen haben. Solche dermatologischen Tests werden in
der Regel an intakter, gesunder Haut durchgeführt. Sensible Haut kann auf
bestimmte Farbstoffe, Parfüme, ätherische Öle oder Konservierungsmittel mit
Irritationen reagieren, obwohl sie laut Deutscher Kosmetikverordnung zugelassen
sind. Pflegeserien für empfindliche Haut sollten daher auf diese Zusätze
verzichten und dies auch kenntlich machen – am besten durch einen deutlich
sichtbaren Hinweis auf dem Etikett – wie etwa „pur“ oder „sensitiv“. Sehr gut geeignet
sind Pflegeprodukte mit pflanzlichen Ölen wie beispielsweise Sheabutter. Sie
dringen bis in die Hautbarriere vor, stabilisieren den
Fett-Feuchtigkeitshaushalt und verleihen der Haut so mehr Widerstandskraft. Sheabutter
wirkt darüber hinaus von Natur aus entzündungshemmend. Bei der Auswahl von
Shampoo und Waschlotion sollten Hautempfindliche möglichst auf PEG-freie
Produkte zurückgreifen; diese schäumen zwar kaum, reinigen aber ebenso
gründlich wie herkömmliche Waschlotionen. Damit der Säureschutzmantel durch das
Waschen nicht angegriffen wird, ist ein pH-Wert im hautneutralen Bereich von
5,5 ideal. Babypflegeprodukte erfüllen diese Anforderungen in der Regel
besonders gut, da sie der dünnen und unreifen Babyhaut gerecht werden müssen.
Erwachsene mit trockener und sensibler Haut sind daher mit Babypflegeprodukten
auf der sicheren Seite. In jedem Fall ist es wichtig, die Anzahl der Produkte
überschaubar zu halten und nicht ständig zu wechseln. Wer mit einer Pflegeserie
gut zurechtkommt, bleibt am besten dabei.
Weitere Tipps zur richtigen
Reinigung und Pflege der sensiblen Haut enthält die Broschüre „Schutz und
Pflege für trockene und empfindliche Haut“. Sie ist kostenlos erhältlich bei
der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. (DHA) und kann postalisch oder im
Internet angefordert werden: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-hautpflege.de.