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Mitgliederzeitschrift Haut&Allergie aktuell

Mitglieder erhalten mit unserer quartalsweise erscheinenden Zeitschrift wissenschaftlich fundierte Informationen und praktische Hinweise zu Allergien, Asthma, Neurodermitis, Psoriasis und sonstigen Hauterkrankungen. So sind Sie immer auf dem neuesten Stand in Sachen Forschung und Therapie.


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Ein Ansichtsexemplar kann - sofern Restauflage vorhanden - postalisch bei der DHA, Heilsbachstr. 32 in 53123 Bonn angefordert werden.

Service

Glossar

Adhäsionsmolekül
Für die Zell-zu-Zell-Interaktion dienende Oberflächenstrukturen zur Verankerung der Zellen untereinander oder mit der Zellmatrix

Aeroallergene
Stoffe, die über die Luft verbreitet werden und sich entweder auf der Haut ablagern oder eingeatmet werden und so in Kontakt mit den Schleimhäuten kommen. Typische Aeroallergene sind: Pollen, Hausstaub, Schimmelpilzsporen, Tierhaare

Allergen
(potentieller) Allergieauslöser

Allergietests

Allergische Sofortreaktion
Vgl. Typ I-Reaktion

Anaphylaktischer Schock=Allergischer Schock
Sehr heftige oftmals lebensbedrohliche allergische Reaktion (meist vom Soforttyp). Am Beginn stehen meist Zungenbrennen, Kribbeln in den Handinnenflächen, Juckreiz, gefolgt von Hautrötung und Nesselausschlag. Weitere Symptome: Atemnot, beschleunigter Herzschlag, Blutdruckabfall, Übelkeit und Erbrechen. Im vollen Stadium kann es bis zum Kreislaufzusammenbruch kommen. Es muss auf jeden Fall schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.


Antibiotikum
Medikament zur Abtötung bzw. Hemmung des Wachstums krankheitserregender Mikroorganismen (z.B. Bakterien)

Antigene

Körperfremde Substanzen, die vom Abwehrsystem des Körpers als Fremdzellen erkannt werden. Allergene sind Antigene, die allergische Reaktionen auslösen.

Antikörper
Körpereigene Eiweißmoleküle (Immunglobuline), die gebildet werden, um Antigene abzuwehren. Nach dem Erstkontakt mit einem Antigen sind die Lymphozyten für die Produktion eines spezifischen Antikörpers programmiert. Seine "Fangarme" passen zu diesem Antigen wie ein Schlüssel ins Schloss.

Atopie
Familiär auftretende Neigung zur Entwicklung bestimmter Krankheiten wie allergisches Asthma bronchiale, allergischer Schnupfen oder Neurodermitis.


Botenstoff

Stoff, der an der Vermittlung bestimmter Reaktionen bei biochemischen Vorgängen im Körper beteiligt ist. Vgl. auch Entzündungsstoff



Cortisol
Cortisol ist ein Hormon aus der Nebennierenrinde, das den Stoffwechsel fast aller Organe und Gewebe beeinflusst.


Ekzem
Nicht ansteckende, in vielen Formen auftretende juckende Entzündung der Haut. Vgl. auch Kontaktekzem.

Epidemiologische Studie

Studie, die die Verbreitung z.B. einer Erkrankung innerhalb der Bevölkerung bzw. innerhalb bestimmter Bevölkerungsschichten untersucht.

Epikutantest
Der Epikutantest, auch Pflaster-, Läppchen- oder Patchtest genannt, ist die klassische Methode, um die Auslöser einer Kontaktallergie zu finden. Dazu werden Pflasterstreifen mit Testsubstanzen in geeigneter Verdünnung auf den Rücken des Patienten geklebt. Nach etwa zwei Tagen, wenn die Pflaster entfernt werden, lassen sich die Reaktionen ablesen.

Entzündungsstoffe, Mediatoren, Mittlersubstanzen oder Botenstoffe
Diese körpereigenen Überträger- bzw. Botenstoffe, übertragen im Körpergewebe Reize. Bei einer allergischen Reaktion werden sie von der Mastzelle ausgeschüttet und sorgen im umliegenden Gewebe für die typischen allergischen Krankheitssymptome: Sie bringen die Schleimhäute zum Anschwellen, lösen vermehrte Schleimsekretion aus und machen die Gefäße durchlässiger. Fließschnupfen, tränende Augen, Quaddelbildung, Juckreiz und Atemnot sind die Folgen. Die verschiedenen Mittlersubstanzen unterscheiden sich in ihrer Wirkung. Der am besten bekannte und untersuchte Mediator ist Histamin.

Etagenwechsel
Vom Etagenwechsel ist die Rede, wenn sich die Allergie vom oberen Atemtrakt, also der Nase, in den unteren Atemtrakt, auf die Bronchien ausweitet. Dies ist etwa bei 30% der Pollenallergiker der Fall. Sie entwickeln im Laufe der Zeit die typischen Symptome eines Asthmas mit Husten und Atemnot.


Histamin
Histamin ist ein Gewebshormon, das in den Mastzellen und basophilen Granulozyten vorkommt und bei einer allergischen Reaktion als Mediator oder Entzündungsstoff wirkt. Die Ausschüttung aus der Mastzelle verursacht in Nase, Mund und Augen Juckreiz und verstärkt die Schleimbildung. In den Bronchien bewirkt es ein Zusammenziehen der Muskulatur, so dass es zu Atemnot kommt. Auf der Haut zeigen sich Rötungen und es entstehen juckende Quaddeln. Der Magen produziert unter Histamineinfluss mehr Magensäure und der Darm reagiert mit Krämpfen und Durchfall.

Hypoallergene Säuglingsnahrung
Diese spezielle Säuglingsnahrung wurde entwickelt, um die Allergenbelastung bei Säuglingen, die nicht gestillt werden, zu minimieren. Sie enthält nur wenig oder gar kein großmolekulares Fremdeiweiß.

Hyposensibilisierung
Vgl. Spezifische Immuntherapie


Immunglobuline
Immunglobuline sind abwehrtüchtige Eiweißmoleküle. Sie gehen als Antikörper gegen körperfremde Stoffe, die Antigene oder Allergene vor und stehen entweder bereits bei der Geburt (natürliche Immunität) zur Verfügung, oder werden im Laufe der Zeit durch den Kontakt mit Fremdstoffen erworben (erworbene Immunität). Nach ihren physikalisch-chemischen Eigenschaften und nach ihrer Funktion teilt man sie in fünf Klassen ein: Immunglobulin G (IgG), Immunglobulin A (IgA), Immunglobulin M (IgM), Immunglobulin D (IgD), Immunglobulin E (IgE).

Immunsuppressivum
Substanz, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrückt bzw. moduliert. Immunsuppressiva werden bei Erkrankungen eingesetzt, die auf einer Überreaktion des Immunsystems beruhen, z.B. bei starker Schuppenflechte, starker Neurodermitis und zur Verhinderung einer Organabstoßung nach Transplantation.

Intracutantest
Beim Intracutantest wird die verdünnte Allergensubstanz mit einer feinen Kanüle in die Haut gespritzt. Wenn der Körper auf die Testsubstanz reagiert, zeigen sich bereits wenige Minuten später eine Rötung oder Quaddeln.

Intranasaltest
Der Intranasaltest ist eine nasale Provokation. Das heißt eine verdünnte Allergenlösung wird mit einem Wattestäbchen oder einem Spray-Applikator direkt auf die Nasenschleimhaut aufgebracht. Vor und nach der Testung wird der Luftstrom beim Ein- und Ausatmen durch die Nase gemessen und miteinander verglichen. Kommt es zu einer allergischen Reaktion an der Nasenschleimhaut, so ist der durch die Nase fließende Luftstrom deutlich geringer.


Konjunktivaltest
Der Konjunktivaltest ist ein Provokationstest, der bei allergischer Bindehautentzündung angewandt wird. Dabei wird eine verdünnte Lösung des verdächtigen Allergens in den Bindehautsack geträufelt und eine Reaktion beobachtet.

Kontaktekzem
Ein Kontaktekzem ist eine allergische Hauterkrankung, die sich an den Stellen der Haut entwickelt, die direkt mit der allergieauslösenden Substanz in Berührung gekommen ist. Die Hautreaktion zeigt sich meist erst nach 24 bis 48 Stunden nach dem Kontakt in Form von Hautrötungen, Juckreiz und kleinen Papeln und Bläschen. Wird der Kontakt mit dem Allergen gemieden, bildet sich die entzündliche Hautreaktion zurück. In anderem Fall kann die akute Entzündung in eine chronische Entzündung übergehen.


Lymphozyten
Spezielle Abwehrzellen, die im Knochenmark (B-Lymphozyten) und im Thymus (T-Lymphozyten) gebildet werden. Sie sind nach dem Kontakt mit einem Antigen hochspezialisiert, das heißt sie bilden an ihrer Zelloberfläche spezifische Strukturen aus, mit deren Hilfe sie die Eindringlinge sofort erkennen können und daraufhin die Produktion spezifischer Antikörper anregen.


Mastzellen
Die Mastzellen spielen bei der allergischen Reaktion eine entscheidende Rolle. Es handelt sich dabei um aus dem Knochenmark stammende weiße Blutkörperchen, die, daher der Name, mit substanzgefüllten Bläschen "gemästet" sind. Auf der Oberfläche der Mastzellen können IgE-Antikörper ankoppeln und jeweils zu zweit ein Allergen einfangen. Daraufhin werden von der Mastzelle jene substanzgefüllten Bläschen ausgeschüttet, die dann die Entzündungsstoffe freisetzen.

Mediator
Vgl. Botenstoff


Pseudoallergien
Eine Pseudoallergie ist eine Unverträglichkeitsreaktion mit typischen allergischen Symptomen, jedoch ist anders als bei einer Allergie das Immunsystem nicht beteiligt. Es lassen sich demnach weder Antikörper gegen Allergene nachweisen oder eine zelluläre Reaktion feststellen. Bei pseudo-allergischen Reaktionen wirken die körperfremden Stoffe direkter und lösen beispielsweise die Freisetzung von Histamin mit den damit verbundenen Symptomen aus. Es gibt auch einige Nahrungsmittel, darunter Fischsorten wie Thunfisch und Sardellen oder Käse wie Cheddar und Blauschimmelsorten die selbst viel Histamin enthalten, das durch die Darmschleimhaut in den Organismus gelangen kann.

Pricktest
Beim Pricktest wird die Testlösung mit dem verdächtigen Allergen auf die Haut getropft und anschließend mit einer dünnen Nadel durch einen Stich in die Haut gebracht. Im Falle einer Allergie zeigt die Haut nach wenigen Minuten eine Reaktion in Form von Rötung oder Quaddelbildung.

Provokationstest
Provokationstests dienen zur Bestätigung und Verifizierung der Ergebnisse aus den Hauttests. Dabei wird das verdächtige Allergen gezielt auf die Schleimhaut von Nase, Augen oder Bronchien gebracht, um die Reaktion des Körpers zu beobachten.


RAST-Test
Laboruntersuchungen wie der RAST-Test (Radio-Allergo-Sorben-Test) bieten die Möglichkeit einer risikolosen Antikörperbestimmung. Mit dem RAST-Test ist der Nachweis von spezifischem IgE gegen ganz bestimmte Allergene im Blutserum möglich.

Reibtest
Beim Reibtest reibt man mit dem vermuteten Allergen, das in purer Form, zum Beispiel Tierhaar, Nahrungsmittel, Obstschalen etc. vorliegt die Haut an der Innenseite des Unterarms. Eine allergische Reaktion zeigt sich bereits wenige Minuten nach dem Test in Form von Hautrötung oder Quaddelbildung.

Rezeptor
Proteinstruktur, die sich auf der Zelle befindet und die Aufgabe hat, spezifische Substanzen zu erkennen und zu binden.



Scratchtest
Beim Scratchtest oder auch Kratz- und Ritztest genannten Hauttest wird die Lösung mit dem vermuteten Allergen auf die Haut aufgetragen und anschließend etwa fünf Millimeter lang oberflächlich angeritzt. Je heftiger die folgende Hautreaktion in Form von Rötung und Quaddelbildung ist, desto deutlicher ist der Hinweis auf eine Sensibilisierung gegenüber dem ausgetesteten Allergen.

Sensibilisierung
Ist der Körper auf einen bestimmten Stoff sensibilisiert, so hat er die Bereitschaft erworben, auf diesen Stoff allergisch zu reagieren. Zur Sensibilisierung kommt es, wenn durch den Kontakt mit einem Allergen die B-Lymphozyten angeregt werden, spezifische IgE-Antikörper zu bilden. Diese IgE-Antikörper koppeln sich an Mastzellen und können beim erneuten Kontakt mit dem Allergen dieses binden und damit die allergische Reaktion auslösen.

Spezifische Immuntherapie (SIT)
Die spezifische Immuntherapie oder auch Hyposensibilisierung, dient dazu, den Allergiker an das jeweilige Allergen zu "gewöhnen". Dazu werden stark verdünnte Lösungen der allergieauslösenden Substanz in zeitlich festgelegten Abständen unter die Haut gespritzt. Die topsdosis ist sehr gering und wird, wenn die vorherige Spritze ohne größere Beschwerden vertragen wurde, langsam erhöht. Die maximale, gerade noch vertragene Dosis, die so genannte Erhaltungsdosis wird anschließend über einen längeren Zeitraum weiter gespritzt, um den aufgebauten Schutz nicht zu verlieren. Die gesamte Behandlung dauert im Normalfall drei Jahre, muss aber unter Umständen im Falle von Infektionen oder bei Pollenallergikern während der Saison des betreffenden Allergens ausgesetzt werden.


toxisch
giftig

Typ I-Reaktion/allergische Reaktion vom Soforttyp
Die Typ I-Reaktion beruht auf einer gesteigerten Produktion des Antikörpers IgE. Ist der Körper nach dem Kontakt mit dem Allergen sensibilisiert, haben sich auf den Mastzellen spezifische IgE-Rezeptoren gebildet. Bei jedem weiteren Allergenkontakt und der damit verbundenen Überproduktion von IgE koppeln die IgE-Antikörper an der Mastzelle an. Die Antigene, die nach dem "Schlüssel-Schloss-Prinzip" genau zu den IgE-Antikörper passen, binden darüber an die Mastzelle und lösen damit die Freisetzung der Entzündungsstoffe aus. Die Symptome, die durch diese Entzündungsstoffe ausgelöst werden, treten schon kurz nach dem Kontakt mit dem Allergen auf, deshalb auch der Name Soforttyp-Reaktion. Typische Vertreter dieses Reaktionstyps sind Pollen, Tierhaare, Bestandteile von Milben, Nahrungsmittel wie beispielsweise Fisch, Hühnereiweiß oder Nüsse aber auch Medikamente wie beispielsweise Penicillin.



Zytotoxisch
zellschädigend